20. Jan 2019

Madagaskar: Masernausbruch hält an

Madagaskar, Antananarivo iStock /pierivb

Der Masern-Ausbruch auf Madagaskar hält an. In der Zeit vom 4.10.2018 bis 7.1.2019 registrierten die Gesundheitsbehörden 19.539 Erkrankungsfälle, darunter mehrere Todesfälle. In rund 64% aller Fälle handelt es sich um Kinder. Da Madagaskar eines der Länder mit der größten Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren ist, kommt es hier insbesondere in dieser Altergruppe aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes, gehäuft zu Todesfällen. Aus allen 22 Regionen Madagaskars werden Erkrankungsfälle berichtet; betroffen sind bislang 66 von 114 Distrikten. Der Ausbruch hat sich auch auf dicht besiedelte Stadtregionen ausgedehnt u.a. Toamasina, Mahajanga, Antsirabe, Toliara und die Hauptstadt Antananarivo. Ein Großteil der Fälle wird aus den Regionen Analamanga (61%) und Boeny (20%) berichtet. In den Distrikten Antananarivo-Renivohitra (Analamanga Region) und Ambato-Boina (Mahajanga Region) ist die Erkrankungsrate unter den Einwohnern am höchsten. Die Regierung führt in Zusammenarbeit mit der WHO Impfkampagnen durch und hat eine Notfallnummer (910) eingerichtet unter der die Bevölkerung Hilfe und Unterstützung beziehen kann. Eigentlich wird diese Notfallnummer nur für Pestausbrüche verwendet, kommt aber durch die Schwere des aktuellen Masernausbruches auch hier zum Einsatz. Die WHO empfiehlt internationalen Touristen, so wie Personen die in Regionen mit Masern im Gesundheitswesen (Krankenhäuser, Kliniken, etc.), Tourismus (Hotels, Restaurants, etc.), Transportwesen (Hotel und Catering, Flughafen Taxi, Hotelbusse, etc.) arbeiten, dringend eine Masern-Schutzimpfung.

Masern-Impfschutz überprüfen

Reiseeinschränkungen bestehen keine. Auch in der europäischen Region (nach WHO) breiten sich die Masern weiter aus, weil die Durchimpfungsraten in vielen Ländern unter den erforderlichen 95% liegen. Aufgrund der zurückgehenden Impfquote in Europa ist die Zahl der Masernfälle in Europa laut WHO angestiegen. Durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr werden immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt daher auch Reisenden den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen > 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen > 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.