21. Mrz 2021

Madagaskar: Mehr als 20 Pest-Fälle

Madagaskar, Hafen Mahajanga 2 iStock /pierivb

In Madagaskar wurden in diesem Jahr bis 11. März 2021 mindestens 21 Fälle der Beulenpest berichtet. Ein Großteil der Erkrankten stammte aus der zentral gelegenen Region Amoron'i Mania (Ambositra und Manandriana), weitere aus den Regionen Alaotra-Mangoro, Analamanga, Haute Matsiatra und Itasy. Insgesamt wurden mindestens 37 Verdachtsfälle landesweit gemeldet; neun Patienten sollen an der Krankheit gestorben sein. Die Pest ist in Madagaskar endemisch. Jährlich werden zwischen 200 bis 700 Erkrankungen registriert. Auch in der Hauptstadt Antananarivo werden seit 1990 zunehmend mehr Pestfälle berichtet. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um die Beulenpest. Das unzureichende medizinische Versorgungssystem sowie die hohe Verbreitung von Pestflöhen, die bereits Resistenzen gegen die verwendeten Insektizide entwickelt haben, sollen die Ursache für das anhaltende Vorkommen der Pest im Land sein. 

Größerer Pestausbruch vor vier Jahren

Erst 2017 waren 2.400 Personen von der Pest betroffen und rund 200 Menschen fielen ihr zum Opfer. Auch ein Reisender infizierte sich mit der Lungenpest und steckte weitere Mitreisende an. Alljährlich werden Pestfälle in Madagaskar registriert v. a. im Hafen von Mahajanga. Rund 45 % der Pestfälle in Afrika stammen aus Madagaskar. Ein erhöhtes Auftreten der Lungenpest zeigt sich in den Stadtregionen. Insbesondere in den heißen Regenzeiten in den Monaten September bis April tritt die Krankheit vermehrt auf.

Vorsichtsmaßnahmen im Flugverkehr 

Die WHO erarbeitete mit Ländern, die mit Madagaskar direkte Flugverbindungen haben, Maßnahmen zur Früherkennung und Bekämpfung der Erkrankung im Falle eines Imports der Pest durch den Reiseverkehr. Dies betrifft vor allem Länder wie Mauritius, Mosambik, Südafrika, Kenia, Äthiopien und Tansania, so wie Inseln und Inselgruppen wie u. a. Réunion, die Seychellen, Mayotte und die Komoren. Selbst in europäischen Ländern wie zum Beispiel in Spanien Málaga wurden Vorsichts- und Screeningsmaßnahmen von Passagieren aus Madagaskar initiiert, die bei Auftreten eines Verdachtsfalles sofortige Hilfe und Kontrolle der Erkrankung ermöglichen, um einer Ausbreitung vorzubeugen.