5. Nov 2017

Madagaskar: Pestausbruch dehnt sich aus

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Auf Madagaskar hat die Zahl der Pesterkrankungen in den vergangenen Wochen und Monaten weiter zugenommen. Von August bis Ende Oktober 2017 wurden mehr als 1.800 Pest-Verdachtsfälle mit 127 Todesfällen bekannt. In über 60% aller Fälle handelt es sich um die Lungenpest. Nahezu 1.000 Patienten konnten bereits erfolgreich behandelt werden, viele stehen noch unter Therapie. Die Pest, die in Madagaskar in bestimmten Regionen ganzjährig auftritt, hat sich bereits auf benachbarte Landesteile, in denen die Pest bislang nicht vorkam, ausgedehnt. Eine Häufung von Erkrankungen wird alljährlich in den Monaten September bis April registriert. Demnach wird ein weiterer Anstieg der Erkrankungen in den kommenden Monaten befürchtet.

Länder mit direkten Flugverbindungen werden kontrolliert 

Die Weltgesundheitsorganisation kooperiert mit den regionalen Gesundheitsämtern und implementierte gemeinsame Bekämpfungs- und Kontrollmaßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung. Die WHO erarbeitete mit Ländern die mit Madagaskar direkte Flugverbindungen haben, Maßnahmen zur Früherkennung und Bekämpfung der Erkrankung im Falle eines Imports der Pest durch den Reiseverkehr. Dies betrifft vor allem Länder wie Mauritius, Mosambik, Südafrika, Kenia, Äthiopien und Tansania, so wie Inseln und Inselgruppen wie u.a. Réunion, die Seychellen, Mayotte und die Komoren. Selbst in europäischen Ländern wie zum Beispiel in Spanien, Málaga wurden Vorsichts- und Screeningsmaßnahmen von Passagieren aus Madagaskar initiiert, die bei Auftreten eines Verdachtsfalles sofortige Hilfe und Kontrolle der Erkrankung ermöglichen, um einer Ausbreitung vorzubeugen.  

Weltweit gibt es in vielen Ländern Pestherde 


Die Pest tritt regional in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar und Indien aber auch Amerika. Aber auch in den USA werden alljährlich Pesterkrankungen gemeldet. Letztes Jahr waren es mindestens 15 Fälle – darunter vier Todesfälle. Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.