9. Jan 2016

Madagaskar: Pestausbruch mit 63 Todesfällen

Madagaskar, Hütten, Berge iStock/Display Der letzte größere Ausbruch der Beulenpest in Madagaskar begann bereits vor fünf Monaten im August 2015 und führte bislang zu 63 Todesfällen. Mindestens 174 Menschen erkrankten. Viele Fälle wurden aus dem Distrikt Miarinarivo gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte bereits im September letzten Jahres vor der deutlichen Zunahme von Pesterkrankungen. Bereits zuvor im Jahr 2014 kam es zu einem Pestausbruch bei dem mindestens 335 Erkrankungsfälle gezählt wurden und 79 Personen starben.  

Zunahme der Erkrankungsfälle in der Regenzeit November bis April  

In Madagaskar treten ganzjährig Pesterkrankungen auf. Vor allem während der Regenzeit November bis April steigt die Zahl der Pesterkrankungen in Madagaskar häufig an. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. In der Regenzeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh befallen sind, in den Häusern der Dörfer und Städte Zuflucht. Durch die Nähe zum Menschen kommt es daher häufiger zu Infektionen.  

Pestherde in vielen Ländern  

Die Pest tritt regional in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar und Indien aber auch Amerika. Letztes Jahr wurden in den USA mindestens 15 Pestfälle berichtet – darunter vier Todesfälle. Betroffen sind vor allem die ländlichen Regionen die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.