23. Sep 2018

Madagaskar: Pestausbruch unter Kontrolle

Südafrikakarte und Madagaskar Fotolia / stockWERK

Das Gesundheitsministerium hat den Pestausbruch der in Madagaskar bisher zwei Menschenleben gekostet hat, am 20. September 2018 für unter Kontrolle erklärt. Der Gesundheitsminister Yoel Rantomalala informierte, dass es bei diesem Ausbruch zu insgesamt 13 Verdachtsfällen, 3 bestätigten Pestfällen und zwei Todesfällen gekommen sei. Der erste Todesfall ereignete sich in Fiadanana, nördlich der Hauptstadt Antananarivo, während der zweite Pestfall in Ambalavao auftrat, einer Stadt im Süden des Landes in der Region Haute Matsiatra.  

Mehr als 200 Pest-Tote im vergangenen Jahr  

Im vergangenen Jahr starben durch die Pestausbrüche in Madagaskar rund 200 Menschen bevor die gefährliche Infektionskrankheit im November 2017 unter Kontrolle gebracht werden konnte; mehr als 2.600 erkrankten. Madagaskar kämpft gegen die Beulenpest seit 1980. Ein erhöhtes Auftreten der Lungenpest zeigt sich in den Stadtregionen. Insbesondere in den heißen Regenzeiten in den Monaten September bis April tritt die Krankheit vermehrt auf.

Vorsichts- und Screeningsmaßnahmen im Flugverkehr  

Die WHO erarbeitete mit Ländern die mit Madagaskar direkte Flugverbindungen haben, Maßnahmen zur Früherkennung und Bekämpfung der Erkrankung im Falle eines Imports der Pest durch den Reiseverkehr. Dies betraf vor allem Länder wie Mauritius, Mosambik, Südafrika, Kenia, Äthiopien und Tansania, so wie Inseln und Inselgruppen wie u.a. Réunion, die Seychellen, Mayotte und die Komoren. Selbst in europäischen Ländern wie zum Beispiel in Spanien, Málaga wurden Vorsichts- und Screeningsmaßnahmen von Passagieren aus Madagaskar initiiert, die bei Auftreten eines Verdachtsfalles sofortige Hilfe und Kontrolle der Erkrankung ermöglichen, um einer Ausbreitung vorzubeugen.  

Pestherde in vielen Ländern 

Jährlich werden der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zwischen 1.000 - 2.000 Pest-Fälle gemeldet, wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Die Pest tritt regional in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar und Indien aber auch Amerika. Aber auch in den USA werden alljährlich Pesterkrankungen gemeldet. Die Pest tritt vor allem in den ländlichen Regionen auf, die ein erhöhtes Vorkommen von Nagetieren aufweisen, v.a. im Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd-Colorado, Kalifornien, Süd-Oregon, als auch im Westen von Nevada. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.