13. Jan 2015

Madagaskar: Saisonal erhöhtes Pest-Übertragungsrisiko

Ratte iStock/MikeLane45 Aus der Hauptstadt Antananarivo wurden mehrere Pest-Verdachtsfälle gemeldet. Die Gesundheitsbehörden sind besorgt da gegenwärtig nicht nur aus den umliegenden Distrikten Pest-Fälle berichtet werden, sondern auch aus dem nahe gelegenen Umfeld wie Anosibe, Anosimahavelona, Anosizato, Manjakaray, Antanimora und Ankasina. Dennoch wird versichert, dass  die Situation unter Kontrolle ist.  

Madagaskar verzeichnet jährlich rund 200 Pestfälle  

Madagaskar gehört zu den Ländern aus denen jährlich die meisten Pest-Erkrankungen berichtet werden. So wurden alleine im vergangenen Jahr im Zeitraum August bis Ende Dezember 224 Erkrankungsfälle registriert. Insgesamt 58 Patienten verstarben. Seit 1990 werden alljährlich durchschnittlich 200 Beulenpest-Fälle berichtet. Die Tendenz ist trotz aller Bemühungen zur Kontrolle steigend. Insbesondere aus der Stadt Mahajanga, in der Bucht von Bombetoka im Nordwesten der Insel werden Fälle berichtet. Auch die Zahl der Pestfälle die aus der Hauptstadt alljährlich gemeldet werden steigt seit 1990 weiterhin an.   

Die meisten Erkrankungsfälle sind während der Regenzeit  

Pest-Bakterien werden durch Flöhe von Ratten auf den Menschen übertragen. Zu Beginn der Regenzeit suchen die Ratten in den Hütten der Menschen Zuflucht. Dadurch wird saisonal vor allem während der Regenzeit zwischen November und April die Erkrankung übertragen. Im Falle der Lungenpest werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen.   

Infektionsrisiko bei Trekkingreisen erhöht 

Pesterkrankungen treten in unterschiedlich großen Einzelherden in verschiedenen Ländern auf. Die meisten Pest-Fälle weltweit werden aus Madagaskar, der Demokratischen Republik Kongo und Peru berichtet. Die Weltgesundheitsorganisation zählte 2013 weltweit insgesamt 783 Pest-Fälle – 126 Patienten verstarben. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.