27. Nov 2014

Madagaskar: Weitere Pest-Fälle befürchtet

Das Gesundheitsministerium von Madagaskar beklagt einen größeren Pestausbruch der bereits zu 47 Toten geführt haben soll. Am 24. November warnten die Behörden, dass die Zahl der Todesfälle in den kommenden Wochen weiter ansteigen könnte. Befürchtet wird, dass sich der Ausbruch auf die Hauptstadt Antananarivo ausdehnen wird. Bislang wurden die Erkrankungen aus 16 Distrikten in sieben Regionen gemeldet. Insgesamt konnten bereits 119 Fälle durch Laboruntersuchungen als Pest-Fälle bestätigt werden. Mehrheitlich handelte es sich um die Beulenpest. In nur 2% aller Fälle wurde eine Lungenpest festgestellt. Durch die Regenzeit kommt es alljährlich zu einem gehäuften Auftreten. Mit weiteren Regenfällen wird ein weiterer Anstieg der Erkrankungszahlen befürchtet.

Rattenflöhe können Pestbakterien übertragen

In Madagaskar treten ganzjährig Pesterkrankungen auf. Bereits im vergangenen Jahr sind in der Region von Diana, Provinz Antsirananaa mehrere Pest-Todesfälle berichtet worden. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. Eine Häufung von Erkrankungsfällen wird während der Regenzeit zwischen November und April beobachtet. In dieser Zeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh befallen sind, in den Dörfern und Städten Zuflucht. Im Falle der Lungenpest werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion von Mensch-zu-Mensch direkt übertragen.

Infektionsrisiko bei Trekkingreisen erhöht   

Pesterkrankungen treten in unterschiedlich großen Einzelherden in verschiedenen Ländern auf. Vor allem betroffen sind Ostafrika (u.a. Tansania), Madagaskar, die Mongolei, Vietnam, Myanmar, Indien und Peru. Die Weltgesundheitsorganisation zählt jährlich zwischen 1000-2000 Pest-Fälle wobei eine hohe Dunkelziffer angenommen wird. Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.