16. Nov 2016

Malaria bei Touristen

iStock/macky_ch Eine aktuelle Untersuchung aus England setzte sich mit der Häufigkeit von importierten Malaria-Erkrankungen bei Reisenden auseinander. Ermittelt wurden unter anderem die Länder die in den vergangenen 10 Jahren die meisten Erkrankungen aufgewiesen hatten. Mit durchschnittlich mehr als 2.100 Malariafällen bei Reiserückkehrern stehen französische Reisende an erster Position, gefolgt von englischen Reisenden mit knapp 1.900 Fällen. Deutschland rangierte an Platz vier mit durchschnittlich rund 400 Erkrankungen. Die Untersuchung zeigte ferner, dass rund 56% aller Fälle (13.947) in Westafrika erworben wurden. Ebenso zeigte sich, dass rund 20% aller Malariafälle bei Reisenden in den vergangenen 10 Jahren aus Indien importiert wurden. 13% der Malariafälle wurden in Ostafrika registriert und 3% in Papua Neuguinea.

Deutschland 2015: Höchste Malariafallzahl seit Bestehen der Meldepflicht

Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an einer Malaria während oder nach ihrem Aufenthalt in Ländern mit Malaria-Vorkommen. Aktuell gelten laut Weltgesundheitsorganisation 96 Länder als Länder mit Malaria-Vorkommen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1.068 Malaria-Fälle bei Reiserückkehrern bekannt. Damit hat sich der Trend im Anstieg der Fallzahlen gegenüber der Vorjahre weiter fortgesetzt. Seit Bestehen der Meldepflicht in Deutschland wurde im Jahr 2015 die bisher höchste Fallzahl gemeldet. Dabei gilt es zu beachten, dass nur 20% (210 Fälle) deutscher Herkunft waren und davon nur 68% als Touristen und 27% als Geschäftsreisende unterwegs waren. Im Jahr 2015 waren 20% der Malaria-Erkrankten nicht-deutscher Herkunft und 28% Flüchtlinge. Bei weiteren 26% der Fälle konnte der
Herkunftsstatus bzw. der Reiseanlass nicht oder nur sehr lückenhaft ermittelt werden. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden (92%) wurden 2015 – wie in den Vorjahren – in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda). Außerhalb Afrikas stellt Pakistan das wichtigste Infektionsland dar. In 58% der gemeldeten Fälle kam es zu einer lebensgefährlichen  
Malaria tropica, in 30 % zu der "gutartigen" Malaria tertiana, am seltensten wurden Infektionen mit den Erregern P. malariae, P. ovale und P. knowlesi registriert.

Malariarisiko wird durch Verhalten und Vorbeugung beeinflusst

Am Weltmalariatag am 25. April 2016 wurden die Bemühungen der Länder gewürdigt, die durch aktive Bekämpfungsmaßnahmen zur Eindämmung der Malaria beitragen. Die gefährliche Infektionskrankheit bedroht derzeit mehr als 3 Mrd. Menschen. Laut offiziellen Schätzungen gab es im Jahr 2015 rund 214 Mio. Erkrankungen und 438.000 Todesfälle durch Malaria. Bei Reisenden wird das individuelle Malariarisiko durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Als wichtigster Schritt sollten Reisende in Länder mit Malaria-Vorkommen sich rechtzeitig vor der Reise fachmännisch reisemedizinisch beraten zu lassen. Die empfohlenen und geeigneten Prophylaxe-Maßnahmen sollten regelmäßig durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Therapie zu erreichen.