8. Nov 2014

Malaysia: Neuer Malaria-Erreger breitet sich aus

Nach Aussagen tropenmedizinischer Experten werden Zweidrittel der Malaria-Patienten, die in den Krankhäusern Malaysias v.a. in Sarawak auf Borneo behandelt werden, wegen einer Infektion mit Plasmodium knowlesi therapiert. Der Malariaerreger löst dort dreimal häufiger eine schwere Form der Malaria aus, als der gefährliche und bekannte Malariaerreger P. falciparum. Von allen Malaria-Erregern vermehrt sich Plasmodium knowlesi am schnellsten im Blut des Menschen. Mit jedem Vermehrungszyklus kommt es zu einer massenhaften Freisetzung neuer Parasiten im Blut der Infizierten, was wiederum mit einem täglichen Fieberschub und starken Beschwerden verbunden ist. Jedes Jahr werden in Malaysia rund 2.000 Malaria-Patienten durch P. knowlesi infiziert und benötigen medizinische Versorgung. Eine weitere Ausbreitung des Erregers wird befürchtet.

Seit 2004 weiß man, dass der Erreger auch Menschen infiziert

P. knowlesi wird wie auch die anderen Malariaerreger durch die Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Der Erreger kommt in Südostasien vor und ist ursprünglich als Malaria-Erreger bei Makaken (Affenart) bekannt. Seit 2004 weiß man, dass der Erreger auch Menschen infizieren und zu ernsten Krankheitsverläufen der Malaria führen kann. Schwerpunktmäßig tritt die Erregerart in Borneo und auf der Malaiische Halbinsel auf. Weitere Vorkommen werden auch in Thailand, Myanmar und den Philippinen beobachtet.

Zwei deutsche Reisende infizierten sich mit P. knowlesi in Thailand

Auch Reisende können mit P. knowlesi in Kontakt kommen. Letztes Jahr erkrankten zwei deutsche Rückreisende an einer Malaria, nachdem sie sich in Thailand mit P. knowlesi infizierten. Im Verhältnis betrachtet, ist der Erreger bei deutschen Reisenden bislang jedoch noch selten. Von 611 Malaria-Infektionen die bei deutschen Rückreisern im vergangenen Jahr festgestellt wurden,  waren die meisten P. falciparum-Infektionen (81%). Die Erreger der „gutartigen“ Malaria tertiana (P. vivax und P. ovale) wurden zu rund 10 % diagnostiziert.

Schutz vor Malaria ist ratsam

Ein sorgfältiger Mückenschutz ist kontinuierlich am Tag und in der Nacht empfohlen. Die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes ist bei Reisen in Risikogebiete ebenfalls empfehlenswert und sollte zuvor mit einem Arzt besprochen werden. Als Regionen mit einem geringen Malaria-Risiko gelten das Landesinnere von Ost-Malaysia (Borneo: Sabah und Sarawak) sowie das Landesinnere von West-Malaysia (Johor und Pahang). Die Städte und Küstenregionen werden als malariafrei eingestuft.