12. Mrz 2023

Malaysia: Sarawak meldet Tollwut-Fälle

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Im Zeitraum Januar bis März dieses Jahres wurden im Bundesstaat Sarawak sechs Fälle von Tollwut gemeldet. Vier Personen verstarben. Die Todesfälle wurden aus den Bezirken Sibu, Kanowit, Siburan und Bintulu gemeldet. Zwei Patienten konnten durch medizinische Sofortmaßnahmen gerettet werden, leiden jedoch unter schweren Behinderungen durch die Virusinfektion. Nach Aussage der Behörden wurden im vergangenen Jahr in Sarawak 12 Tollwutfälle mit 10 Todesfällen registriert. Insgesamt soll es zu 2.210 Tierbissen gekommen sein, darunter 1.205 Hundebisse, 985 Katzenbisse und 20 Bisse durch andere Tiere. Einige der Tiere waren tollwütig. Seit dem Jahr 2017 wurden in Sarawak 48 Todesfälle infolge der Tollwut verzeichnet. Mit einer extrem hohen Sterblichkeitsrate bei Menschen bleibt die Tollwut eine globale Bedrohung. Hunde sind die Hauptüberträger der Krankheit. Die Impfung ist somit auch für Reisende eine wichtige Maßnahme, um sich in Ländern mit Tollwut-Vorkommen vorbeugend gegen die lebensgefährliche Krankheit zu schützen. 

Tollwut tritt in 150 Ländern und Regionen auf 

Die Tollwut ist weltweit verbreitet und kommt in 150 Ländern und Regionen vor. Die meisten Erkrankungen werden in Asien und Afrika gemeldet. Tragische Erkrankungsfälle auch bei Reisenden bekräftigen die Tollwut-Impfempfehlung vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen oder erhöhtem Reiserisiko (Trekking oder Übernachten im Freien). Bislang waren 3 Impfungen an den Tagen 0, 7 und 21 bis 28 als Impfschema empfohlen. Im April 2018 gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch eine neue Empfehlung zur Tollwutimpfung heraus; demnach sind nur mehr zwei Impfungen an den Tagen 0 (= Tag der Impfung) und 7 (= sieben Tage nach der ersten Impfung) erforderlich, um einen ausreichenden Schutz gegen Tollwut zu erhalten. Es wird davon ausgegangen, dass die modernen Impfstoffe das Immunsystem so weit aktivieren, dass bereits nach zwei Impfungen ein ausreichender Schutz vorliegt, so die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG). 

An vielen Orten sind Tollwut-Impfstoffe nicht sofort verfügbar   

Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist jedoch weiterhin – unabhängig vom Impfstatus – wegen akuter Lebensgefahr umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v. a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, sodass im Notfall u. U. nicht die richtigen Medikamente oder medizinischen Einrichtungen in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen.

Rucksack- und Abenteuerreisen erhöhen das Risiko

Einfachen Reise- oder Aufenthaltsbedingungen z.B. Rucksack- und Abenteuerreisen, Fahrrad- oder Motorradtouren mit häufigen Aufenthalten und Übernachtungen im Freien erhöhen das Risiko von streunenden Hunden angegriffen zu werden und mit Tollwutviren infiziert zu werden. Insbesondere bei unzureichender medizinischer Versorgung vor Ort, durch zum Beispiel das Fehlen an Impfstoffen und Immunglobulinen für den Notfall nach Bissverletzungen oder dem Fehlen einer nahegelegenen medizinischen Versorgungsstelle sollte vorsorglich ein Tollwut-Impfschutz in Erwägung gezogen werden. Ebenso sollte bei hohem Tollwutrisiko im Reiseland insbesondere bei Langzeitaufenthalten von mehr als vier Wochen oder auch häufig wiederholten Kurzreisen an eine Tollwut-Schutzimpfung gedacht werden. Um das Risiko besser einschätzen zu können hilft ein ärztliches Gespräch mit dem Impfarzt.