15. Mrz 2018

Malaysia: Tourist erkrankt an Masern

Sonnenuntergang, Flugzeug von rechts iStock/sculpies

Ein australischer Tourist erkrankte an Masern, nachdem er Anfang März von seiner Reise aus  Kuala Lumpur in Malaysia, zurückkehrte. Der Urlauber flog mit der Air Asia D7214, die am 6.März 2018 in Melbourne landete. Mitreisende dieses Fluges werden derzeit kontaktiert und werden auf die mögliche Gefahr einer Maserninfektion hingewiesen. Mehrere hundert Passagiere und Kontaktpersonen sowohl am Bord des Flugzeuges als auch am Flughafen, können sich durch den infektiösen Touristen angesteckt haben. Dieses ist der zweite Masernfall der in kürzester Zeit nach Australien durch Reisende importiert wurde.

Masern auch in den Philippinen

Auch aus den Philippinen wurden in den vergangenen Wochen vermehrt Masern-Fälle berichtet. Mehr als 850 Erkrankungen, darunter auch Todesfälle, wurden alleine in den ersten beiden Monaten dieses Jahres verzeichnet. Die meisten Erkrankungen werden in Zamboanga, Davao, Taguig und in Negros Oriental beobachtet. Die Weltgesundheitsorganisation warnte erneut vor der Gefährlichkeit der Masern. Alljährlich verursacht die Infektionskrankheit viele Todesfälle, insbesondere bei Kindern und Kranken.

Das Masernvirus bleibt an der Luft oder an Gegenständen bis zu zwei Stunden aktiv

Immer wieder werden Masernfälle aus Ländern mit erhöhten Vorkommen in Länder importiert in denen die Masern bereits ausgerottet waren. Die Masern sind hochansteckend und können durch direkten Körperkontakt, so wie durch Husten oder Niesen übertragen werden. Das Masernvirus bleibt an der Luft oder an Gegenständen bis zu zwei Stunden aktiv und kann durch infizierte Personen vier Tage vor Ausbruch der Erkrankung bis vier Tage nach Auftreten des typischen Masern-Hautausschlages weitergegeben werden.

Bundesweit bestehen große Impflücken

In vielen Regionen Europas liegt die Masern-Durchimpfungsrate in der Bevölkerung noch unter den erforderlichen 95%, so dass sich die Infektionskrankheit vielerorts ungehindert ausbreiten kann. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) empfiehlt den Impfschutz von Kindern und Jugendlichen v.a. vor der Reise zu überprüfen. Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen wird eine Impfung empfohlen. Auch Deutschland kämpft weiterhin gegen die Masern. Bundesweit bestehen große Impflücken. Im vergangenen Jahr waren rund 88 % der an Masern erkrankten nicht geimpft und rund 27 % mussten wegen Komplikationen stationär behandelt werden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt daher allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie allen Asylsuchenden sich gegen Masern  impfen zu lassen. Das Vorkommen der Erkrankung ist bundesweit. Eine 37-jährige Frau in Essen verstarb im Mai 2017 an Masern.