7. Jan 2014

Masern bei Reiserückkehrern

Drei Kinder einer Familie aus Rheinland-Pfalz erkrankten nach ihrer Rückkehr an Masern. Die Familie hielt sich zwei Wochen in Bali auf. Nach ihrer Ankunft in Deutschland entwickelten die Kinder Magen-Darmbeschwerden und Fieber. Zunächst wurde der Verdacht auf Dengue Fieber gestellt, der sich nicht bestätigte. Die Kinder entwickelten im weiteren Verlauf einen für Masern typischen Hautausschlag. Durch eine weiterführende labormedizinische Untersuchung wurden schließlich die Masern festgestellt. Auch in Nordrhein-Westfalen erkrankte ein junger Mann an Masern, nachdem er sich in der Stadt Denpasar auf Bali aufhielt. Der deutsche Reisende hielt sich zeitgleich mit der Familie aus Rheinland-Pfalz in Bali auf und war nur wenige hundert Meter von ihrem Urlaubsort entfernt. Er entwickelte ebenfalls nach seiner Rückkehr Fieber, Magen-Darmbeschwerden und einen Hautausschlag. Zunächst wurde auch bei ihm Dengue Fieber vermutet, was schließlich ausgeschlossen werden konnte. Dafür zeigte auch seine labormedizinische Untersuchung ein positives Ergebnis für Masern. Auch australische Urlauber erkrankten an Masern nach ihrem Aufenthalt in Bali.  

Reisende nach Bali sollten ihren Masernschutz kontrollieren  

Reisenden nach Bali/Indonesien wird ein vollständiger Masern-Impfschutz empfohlen. Reiserückkehrer sollten auf Beschwerden wie Fieber, Magen-Darmbeschwerden und Hautausschlag achten und bei ersten Hinweisen den Arzt aufsuchen. Bei den Masern handelt es sich um eine hochansteckende Krankheit. Eine rechtzeitige Diagnose verhindert schwere Krankheitsverläufe und eine Ausbreitung der Infektion im Umfeld.   

Auch Deutschland zeigt eine deutliche Zunahme der Masern   

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr über 1.700 Masernfälle berichtet. Das bedeutet zum Jahr 2012 mit nur rund 156 Erkrankungen im Vergleichszeitraum eine starke Zunahme. Seit 2006 treten in Deutschland immer wieder Ausbrüche auf, vor allem in den westlichen Bundesländern. Doch auch in den östlichen Bundesländern wächst die Befürchtung einer weiteren Zunahme der Masern. Die Entwicklung zeigt ebenfalls eine Verschiebung der Altersverteilung in höhere Altersgruppen. Damit liegt Deutschland, wie viele Reiseländer, über der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten Masern-Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) von unter 1 Fall/1 Million Einwohner. Dennoch zeigen sich die europäischen Gesundheitsbehörden zuversichtlich, dass das Ziel der WHO zur Ausrottung der Masern im Jahr 2015 erreicht werden könnte. Rund 95% aller weltweit gemeldeten Masern-Erkrankungs- und Todesfälle werden aus Ländern mit schlecht ausgeprägter medizinischer Infrastruktur berichtet - das bedeutet viele Reiseländer.   

Impflücken schließen – schützt vor Masern im In- und Ausland   

Um das weltweite Ziel der WHO, die Masern auszurotten zu erreichen und somit auch den persönlichen Schutz vor der Erkrankung im In- und Ausland zu erzielen, müssen Impflücken v.a. bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschlossen werden. Das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.