23. Apr 2013

Meningitis: In vielen Reiseländern ein brisantes Thema

Kinder in Afrika Der Welt-Meningitis-Tag am 24. April 2013 dient weltweit der Aufklärung über die lebensbedrohliche Meningitis (Hirnhautentzündung). In Deutschland klären Experten und Betroffene in verschiedenen Städten auf, wie man eine Meningokokken-Erkrankung erkennt und wie man durch eine Schutzimpfung vorbeugen kann. Die Experten betonen, dass trotz Behandlung  bis zu zehn Prozent der Erkrankten sterben. Rund zwanzig Prozent erfahren Spätfolgen wie lebenslange Taubheit oder die Amputation von Gliedmaßen. Babys und Jugendliche sind am stärksten gefährdet. 

Länder weisen unterschiedliche Krankheitserreger auf 

Die sog. Meningokokken-Meningitis wird durch Bakterien (Meningokokken) verursacht, die unterschiedlichen Serogruppen angehören. Insgesamt 13 Serogruppen konnten bislang identifiziert werden, davon sind sechs Serogruppen (A, B, C, W135, X und Y) für die Mehrzahl aller weltweit gemeldeten Meningokokken-Infektionen verantwortlich. In Deutschland sind vor allem die Serogruppen B und C aktiv und führen bundesweit seit 10 Jahren zu rund 500 Meningitis-Fällen jährlich. Rund 10% der Erkrankten starb. Nahezu 70% aller Meningitis-Fälle in Deutschland werden durch Meningokokken der Serogruppe B verursacht, bei Babys sogar rund 85%.      

Der Meningitisgürtel Afrikas weist jährlich die meisten Erkrankungen auf 

In Afrika südlich der Sahara, in den Ländern des sogenannten "Meningitisgürtels“, begünstigen klimatische Bedingungen alljährlich das Auftreten der Meningokokken Meningitis. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in der Trockenzeit zwischen Dezember bis Mai/Juni aufgrund kalter Nächte, Sandstürme und trockener Winde die Schleimhäute der oberen Atemwege angegriffen, was sie für bakterielle Infektionen, wie der Meningokokken Meningitis, empfänglich macht. Gleichzeitig findet in dem Zeitraum durch die Ansammlung größerer Menschenmengen auf kleinem Raum in Behausungen, Pilgerorten oder auf dem Marktplatz eine erhöhte Übertragungsgefahr durch Tröpfcheninfektion statt. Daher kommt es alljährlich in dieser Region zu einem erhöhten Übertragungsrisiko für Meningokokken Meningitis.

Alle 7-14 Jahre größere Ausbrüche

Der Meningitisgürtel Afrikas erstreckt sich vom Senegal bis nach Äthiopien und weist jährlich die höchsten Erkrankungszahlen auf. Ungefähr 80-85% aller Meningitisfälle werden durch Meningokokken der Serogruppe A verursacht. Im Jahr 2009 wurden aus 14 afrikanischen Ländern mehr als 88.000 Meningitisfälle berichtet – darunter mehr als 5.000 Todesfälle. Der einzig wirksame Schutz ist eine Impfung gegen die Serogruppen A,C,W135 und Y. Die STIKO empfiehlt vorzugsweise einen Konjugatimpfstoff der ab dem 12. Lebensmonat verabreicht werden kann. 

Eine Schutzimpfung steht zur Verfügung 

Ein neuer Meningokokken-Konjugatimpfstoff steht seit diesem Jahr Reisenden zur Verfügung, der Kleinkinder (ab dem vollendeten zwölften Lebensmonat), Kinder und Erwachsene vor den vier Meningokokken-Serogruppen A, C, W-135 und Y schützen kann. Dieser Impfstoff wird empfohlen für  Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Meningokokken-Erkrankungen und für Reisende in Länder mit hohem Infektionsrisiko. Die Empfehlung der routinemäßigen Impfung aller Kinder im zweiten Lebensjahr mit einem Konjugatimpfstoff gegen Meningokokken C bleibt unverändert bestehen.

Tipps für Reise-Rückkehrer und Kontaktpersonen

Passagieren und Kontaktpersonen wird geraten, sich bei den Gesundheitsbehörden zu melden und bei Auftreten von Krankheitssymptomen wie starken Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit sofort einen Arzt aufzusuchen.