22. Feb 2019

Mexiko: Chagas in Yucatán

Raubwanze, 2 iStock / nathanphoto

Von der beliebten Ferien-Halbinsel Yucatán wurden vermehrt Fälle der „Chagas-Krankheit“ berichtet. Alleine im Februar wurden 24 neue Fälle berichtet; dabei handelte es sich um 21 Frauen und 3 Männer. Nach Aussage der Gesundheitsbehörden lag die Zahl der Chagas-Erkrankten im vergangenen Jahr bei insgesamt 62 Fällen; 39 Männer und 22 Frauen. Grundsätzlich soll es zu einer Zunahme der Chagas-Erkrankungen in den vergangenen Jahren gekommen sein. Die Behörden vermuten, dass die Zunahme der Fälle darauf zurückzuführen ist, dass die Erkrankung in den meisten Fällen erst sehr spät diagnostiziert wird, wenn sich der Krankheitsverlauf bereits in der chronischen Phase befindet. Die meisten Erkrankungen werden durch den Stich der Raubwanze verursacht. Immer wieder kommt es zu Chagas-Ausbrüchen in Mexiko, dabei stellt Yucatan die Region mit den landesweit meisten Krankheitsfällen dar.

Raubwanzen übertragen die Chagas-Erreger

Immer wieder kommt es zu Chagas-Erkrankungsfällen in Südamerika. Nach Schätzung beträgt die Zahl der weltweit infizierten Personen rund 8 Millionen. Die Chagas-Parasiten werden durch den Stich von Raubwanzen übertragen. Die "südamerikanische Trypanosomiasis", wie die Chagas-Krankheit auch genannt wird, wird durch Parasiten (sog. Trypanosoma cruzi) verursacht. Nur ein geringer Anteil der Infizierten erkrankt. Die Raubwanzen verstecken sich gerne in dunklen Ritzen von Lehmhütten und Reisigdächern und befallen nachts die Schlafenden für eine Blutmahlzeit. Meistens ist der arme Teil der Bevölkerung in Mittel- und Südamerika betroffen. Bezüglich der Chagas-Krankheit sollten insbesondere Reisende bei Trekking- bzw. Überlandtouren darauf achten, in den Infektionsgebieten auf Übernachtungen in einfachen Holz- oder Lehmhütten zu vermeiden. Ein widerstandsfähiges Mückennetz kann ebenfalls einen guten Schutz bieten, wenn es sorgfältig angebracht und gut unter die Matratze gesteckt wird. Nicht selten infizieren sich Personen auch durch das Trinken von verunreinigten Fruchtsäften oder Zuckerrohrsäften die unter anderem an Straßenständen angeboten werden. In der Regel besteht für Reisende jedoch nur ein sehr geringes Infektionsrisiko. Auf das Trinken offener Fruchtsäfte sollte - auch in Hinblick auf die Infektionsgefahr mit diversen  Durchfallerregern – verzichtet werden.