14. Feb 2021

Mosambik: Anhaltender Cholera-Ausbruch im Norden

Wasserloch interMEDIS

Aus der Provinz Cabo Delgado in Mosambik werden weiterhin Cholera-Fälle berichtet. Sieben Distrikte der Provinz sind betroffen: Mocimboa da Praia, Ibo, Macomia, Pemba, Metuge, Chiure und Montepuez. Der Cholera-Ausbruch der bereits im Januar 2020 begann, hat bereits zu 2.952 Fällen und 40 Todesfällen geführt. Cabo Delgado ist die nördlichste Provinz Mosambiks. Bereits in der zweiten Januarwoche 2021 wurden 251 Fälle in Chiure, Metuge, Mongepuez und Pemba city registriert. Auch andere Durchfallerkrankungen werden derzeit verstärkt aus den Distrikten Ancuabe, Namuno, Balama und Macomia gemeldet. Der anhaltende Cholera-Ausbruch in der Provinz Cabo Delgado, steht im Zusammenhang mit der komplexen Notlage der Provinz, die durch häufige Angriffe von Aufständischen, Massenbewegungen der Bevölkerung, der COVID-19-Pandemie und der unzureichenden Gesundheitsversorgung in einigen Bezirken verursacht wird. Die Herausforderungen sind nach wie vor unzureichende Vorräte, ein Mangel an Chlor für die Wasseraufbereitung sowie eine schwache Mobilisierung der Bevölkerung und deren Engagement für Präventionsmaßnahmen, durch fehlendes medizinisches Personal.

Touristen erkranken nur selten an Cholera

Grundsätzlich besteht für Afrika- und Safari-Reisende ein eher geringes Infektionsrisiko. In Deutschland wurden in den Jahren zwischen 2001 und 2016 jährlich zwischen 0 und 6 Cholera-Fälle bei Reiserückkehrern aus unterschiedlichen Ländern übermittelt. Trekking-Touristen die in Risikogebieten unterwegs sind und Zelten bzw. in einfachen Unterkünften wohnen und/oder ihr Essen von Straßenständen beziehen, haben ein höheres Infektionsrisiko im Vergleich zu Hotelreisenden. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Erst im November 2020 erkrankte eine niederländische Reisende nach ihrer Rückkehr aus Lomé, der Hauptstadt Togos, an Cholera.

Die Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung

Cholera wird durch Bakterien verursacht (Vibrio cholerae), die zu den Wasserkeimen zählen und durch verunreinigtes Wasser auf den Menschen übertragen werden. Ebenso können die Keime fäkal-oral von Mensch-zu-Mensch weitergegeben werden. Die Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung die unbehandelt in wenigen Stunden tödlich enden kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das weltweite Auftreten der Cholera auf jährlich rund 3 - 5 Millionen Erkrankungsfälle und 100 000 - 120 000 Todesfälle. Sorgfältige Hygienemaßnahmen vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen. Bei Hilfseinsätzen oder Reisen unter einfachen Bedingungen in den aktuellen Cholera-Risikogebieten kann eine Schutzimpfung in Erwägung gezogen werden. Bei gesundheitlichen Beschwerden nach der Reise, sollte ein Arzt zur Abklärung der Ursachen aufgesucht werden.