8. Jul 2017

Nepal: Haut-Leishmaniose häuft sich

Fotolia /ThamKC In den westlichen, östlichen und zentralen Landesteilen Nepals wurden vereinzelte Fälle von Haut-Leishmaniose berichtet. Die letzten Fälle wurden in den Distrikten Tanahu, Chitawan, Makawanpur und Dolpa beobachtet. Fälle der Haut-Leishmaniose traten in Nepal bislang nur gelegentlich auf und waren in den meisten Regionen nicht bekannt. Es wird befürchtet, dass durch die Zunahme der Überträgermücke, die Zahl der Infektionen weiter zunehmen wird.

Leishmaniose auch im Mittelmeerraum
 
Vor allem Betroffen in den Küstenregionen von Frankreich, Italien, Spanien und Portugal als auch den Inseln im Mittelmeer wie z.B. die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera), Korsika, Sardinien, Malta und Elba werden Fälle der Haut-Leishmaniose alljährlich beobachtet. Im Monat Juni beginnt im Mittelmeerraum die Hauptflugzeit der Überträgermücken. Die Mückenart ist vor allem nachts aktiv und sticht gerne an Stellen dünner Haut wie zum Beispiel am Knöchel, den Händen, Füßen, im Gesicht und Nacken. Die Stichstellen jucken meist lange und stark. Durch den Stich der Mücke können Parasiten, sog. Leishmanien übertragen werden, die zu einer Leishmaniose führen können.

Klimafaktoren spielen bei der Verbreitung eine wesentliche Rolle

Für die Verbreitung der Erkrankung spielen Klimafaktoren, wie z.B. die Flugzeiten der Überträgermücken, eine wesentliche Rolle. In Südeuropa findet die Hauptflugzeit der Mücken in den Monaten Juni, Juli, August und September statt. Die Leishmaniose ist auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Australien und Ozeanien verbreitet. Laut Angaben des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) treten schätzungsweise jährlich rund 1,5 Mio. Neuerkrankungen der Haut-Leishmaniose und zwischen 400.000 - 500.000 Fälle der Kala Azar auf. Leishmanien befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person.

Ein guter Mückenschutz ist ratsam  

Auch für Reisende besteht ein Infektionsrisiko. Sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen sind daher empfohlen. Dazu gehören u.a. das Tragen von Haut bedeckender Kleidung, das Auftragen von Mücken abweisenden Cremes und Lotionen auf unbedeckten Hautstellen, vor allem im Gesicht, Händen und Füßen – insbesondere an den Knochenstellen wo die Haut dünn ist und die Sandmücke bevorzugt sticht. Zusätzlich helfen auch Insektenabtötende und -abweisende Mittel in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen, Steckern u.ä. im Wohn- und insbesondere Schlafbereich die Stechmücken fernzuhalten.