17. Jun 2016

Neuseeland: Keuchhusten-Fälle nehmen zu

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In der Region von Waikato ist die Zahl der Keuchhusten-Fälle um mehr als 20% angestiegen. Ärzte raten daher eindringlich zu einem Impfschutz gegen Keuchhusten. Desweiteren zeigen die Statistiken, dass die Zahl der Keuchhusten-Fälle 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um nahezu die Hälfte zugenommen hat. Die Gesundheitsbehörden warnen aufgrund der erhöhten Zahlen vor einem möglichen Ausbruch, der in der Regel alle 2 – 5 Jahre im Land auftritt. Der letzte Ausbruch von Keuchhusten in Neuseeland ereignete sich im Jahr 2011 und hielt bis 2013 an. Bei den Erkrankten traten auch Komplikationen und Todesfälle auf. 

Keuchhusten tritt weltweit auf  

Doch nicht nur in Neuseeland auch in Europa ist Keuchhusten (Pertussis) weitverbreitet. In England kommt es immer wieder Keuchhusten-Ausbrüchen. Im Jahr 2012 wurden nahezu 10.000 Fälle durch Laboruntersuchungen bestätigt. 14 Kleinkinder starben an der Infektionskrankheit. Auch in Deutschland bildet Keuchhusten ein Problem, da unter anderem die empfohlene Auffrischimpfung im Jugendalter zu wenig wahrgenommen wird und daher immer wieder Kinder und Jugendliche erkranken. Untersuchungen in den USA zeigten, dass ungeimpfte Kinder und Jugendliche ein acht Mal höheres Erkrankungsrisiko gegenüber geimpften Kindern haben. Erkranken geimpfte Kinder, so fallen die Krankheitsbeschwerden in aller Regel milder aus und die Ansteckungsgefahr die von ihnen ausgeht ist geringer als bei Ungeimpften.  

Die Erreger werden durch Niesen, Husten oder Sprechen übertragen 

Durch Husten, Niesen oder Sprechen werden die Erreger mittels Tröpfcheninfektion durch Kontakt mit infektiösen Personen innerhalb eines Abstandes bis zu 1 Meter übertragen. Auch Gesunde, gegen Keuchhusten-Geimpfte können nach Kontakt mit dem Erreger für kurze Zeit (Über)träger des Krankheitserregers sein. Insbesondere Jugendliche und Erwachsene spielen als Überträger eine zunehmende Rolle. In den letzten Jahren wurde eine Altersverschiebung der Erkrankung sichtbar. Im Jahr 1995 lag das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 15,1 Jahren, im Jahr 2008 bei 41,7 Jahren. Dieser Altersanstieg wird u.a. auf die Abnahme der Immunität zurückgeführt. Daher wird zur Senkung der Erkrankungszahlen bei Erwachsenen und zum Schutz von Säuglingen seit 2009 allen Erwachsenen bei der nächst fälligen Tetanus- und Diphtherie-Impfung empfohlen, einmalig auch gegen Pertussis zu impfen. Laut Empfehlungen der STIKO gehören zu der Zielgruppe  der Impfung, sofern in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten stattgefunden hat, neben dem Personal im Gesundheitsdienst und in Gemeinschaftseinrichtungen, Frauen im gebärfähigen Alter sowie auch enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister, Großeltern) und Betreuer (z.B. Tagesmütter, Babysitter).  

Keuchhusten mit der nächsten fälligen Tetanus-Diphtherie-Impfung auffrischen 

Der Impfpass gibt Aufschluss darüber, wann die letzte Tetanus-Diphtherie-Impfung stattgefunden hat. Ist die Impfung bereits 10 Jahre oder länger her, ist es Zeit den Impfschutz aufzufrischen. In diesem Fall sollte einmalig (Kombinationsimpfstoff) auch gegen Pertussis geimpft werden.