25. Okt 2013

New Mexiko: Pest in Santa Fe

feldmaus2 In Santa Fe in New Mexiko wurde ein erneuter Pestfall berichtet. Dabei handelt es sich um den dritten Pestfall in New Mexiko in diesem Jahr. Medizinische Untersuchungen im Umfeld des 52-jährigen Patienten sollen herausfinden, ob noch weitere Personen von der Pest bedroht sind. Risikopersonen im nahen Umfeld des Erkrankten erhalten vorsorglich Medikamente, um nicht an der Pest zu erkranken. In den nördlichen und zentralen Regionen New Mexikos treten immer wieder sporadische Pestfälle auf. Jeder, ob Einwohner oder Besucher der Region, sollte Vorsichtsmaßnahmen treffen, um sich vor Nagetieren und ihren Flöhen, die die Pestbakterien übertragen können zu schützen, so die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Bei ersten Beschwerden sofort medizinische Hilfe aufsuchen

Die Behörden warnen bei ersten Beschwerden sofort medizinische Hilfe aufzusuchen. Dazu gehören u.a. Fieber, Kopfschmerzen, Schwäche und häufig ein schmerzhaftes Anschwellen der Lymphknoten in der Leistenbeuge, Achselhöhle oder im Nackenbereich. Bei frühzeitiger Behandlung der Infektion ist die Pest heilbar. Die ersten beiden Fälle in diesem Jahr infizierten sich in Torrance County. Dabei handelte es sich um einen 15- und 11-jährigen Jugendlichen. Beide Erkrankungen heilten vollständig aus. Die Übertragung in der Region erfolgt häufig durch Flohstiche, die sich zuvor bei befallenen Nagetieren infizierten und dann die Erreger beim Stich auf den Menschen übertragen. Auch Haustiere, die sich durch Kontakt mit toten infizierten Nagetieren durch Flöhe befallen werden, können Menschen infizieren. 

Jährlich 1 bis 17 Pestfälle in den USA  

Nach jüngsten Veröffentlichungen des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) werden in den Vereinigten Staaten jährlich zwischen 1-17 Pestfälle berichtet. Rund 50% der Erkrankten sind im Alter von 12-45 Jahren. Die Erkrankungen werden v.a. aus dem Norden von New Mexico, Nord Arizona, Süd Colorado, Kalifornien, Süd Oregon und West Nevada berichtet. In mehr als 80% der Fälle handelt es sich um die Beulenpest .  Bei dieser Pestform befallen die Bakterien die Lymphknoten und verursachen eine Vergrößerung der Lymphknoten, die wie "Beulen" (sog. Bubonen) der Haut imponieren und auch eitern können.

Sehr geringes Infektionsrisiko für Reisende  

Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards begünstigen vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Aber auch in Regionen mit hohem Hygienestandard können Pestfälle vereinzelt auftreten. So wird die Pest in den USA zumeist bei Jägern oder Wanderern berichtet, die entlegene Naturherdgebiete (z.B. in den Rocky Mountains) aufsuchen.  Für Reisende stellt die Pest nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.