29. Dez 2017

Nigeria: Gelbfieber in sechs Bundesstaaten

iStock / Tacio Philip

Die Zahl der Gelbfieber-Fälle in Nigeria hat in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich zugenommen. Aus 16 Staaten wurden 341 Verdachtsfälle registriert. Am 19. Dezember 2017 teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass unter den untersuchten Blutproben insgesamt 213 Gelbfieber-Erkrankungen verifiziert werden konnten. Die Erkrankungsfälle wurden in sechs Staaten nachgewiesen: Kano, Kebbi, Kogi, Kwara, Nasarawa und Zamfara.

Das Gelbfieber-Risiko nimmt zu

Das Gelbfiebervirus wird durch Mücken übertragen. Stechmücken nehmen die Viren auf, in dem sie die Erreger einer infizierten Person bei der Blutmahlzeit aufsaugen. Dabei gelangen die Viren in den Mückenmagen und können sich dort vermehren. Von dort gelangen die Erreger in das Blutsystem der Mücke und in ihre Speicheldrüsen. Bei der nächsten Blutmahlzahl übergibt die Mücke durch ihren Speichel die Gelbfieberviren an die gestochene Person. Das bedeutet: Je mehr Erkrankungen auftreten, umso mehr Mücken sind infiziert und infizieren ihrerseits neue Opfer bei der Blutmahlzeit. Gute Mückenschutzmaßnahmen sind daher unerläßlich.

Gelbfieber-Impfung für Reisende in Risikogebiete bleibt bestehen 

Grundsätzlich bleibt die Empfehlung bestehen, dass eine Gelbfieber-Impfung für Reisende empfohlen ist, die in die Gelbfieber-Risikogebiete fahren. Zudem besteht in Nigeria die Einreisevorschrift, dass eine Gelbfieberimpfung erforderlich ist, für alle Reisenden (über dem 1. Lebensjahr), die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen. In Nigeria gelten 14 Bundesstaaten als Gelbfieber-Infektionsgebiete (Anambra, Bauchi, Bendel, Benue, Cross River, Kaduna, Kwara, Imo, Lagos, Niger, Ogun, Omdo, Oyo, Plateau). Die Impfung sollte 10 Tage vor Einreise in ein Risikogebiet stattfinden, damit dem Körper ausreichend Zeit gelassen wird, eine schützende immunologische Abwehr aufzubauen. Bei auftretendem Fieber nach Besuch von Gelbfieber-Risikogebieten, sollte immer die Möglichkeit einer Gelbfieber-Erkrankung in Betracht gezogen werden und entsprechend diagnostisch abgeklärt werden. In jedem Fall sollte rechtzeitig vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung erfolgen, bei der in einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Analyse das persönliche Risiko und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen geklärt werden können.