2. Feb 2018

Nigeria: Lassa Fieber-Ausbruch

interMEDIS / Pechel

Die Zahl der Lassa-Fieber-Fälle nimmt in Nigeria weiterhin zu. Bis Ende Januar 2018 wurden aus Nigeria 77 Lassa-Fieber-Erkrankungen gemeldet, darunter 22 Todesfälle. Ebenfalls haben sich 10 Gesundheitshelfer durch das Lassa-Virus infiziert. Die Erkrankungsfälle werden u.a. aus dem Bundesstaat Taraba berichtet. Lassa Fieber tritt in Nigeria in 23 Bundesstaaten auf. Insbesondere während der sechsmonatigen Trockenzeit  werden vermehrt Erkrankungsfälle gemeldet. Im Jahr 2016 kam es in Nigeria zu einem großen Lassa Fieber-Ausbruch bei dem mehr als 80 Menschen starben.
Auch eine schwedische Touristin erkrankte 2016  an Lassa-Fieber, nachdem sie zuvor sechs Wochen durch das west afrikanische Liberia reiste. Die letzten Wochen besuchte sie die nördlichen und nordwestlichen Landesteile. Bereits 2011 wurde ein Lassa-Fieber-Fall nach Schweden importiert. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa-Fieber erkrankten. Immer wieder kommt es bei Reisenden zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird. 

Lassa Fieber kommt in vielen afrikanischen Ländern vor

Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber auch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen. Das Lassa-Fieber kommt in vielen afrikanischen Ländern vor, wie Benin, Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia. Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Fälle von Lassa-Fieber auftreten. Die Lassa-Viren werden v.a. durch Ratten übertragen. Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal).