23. Feb 2018

Nigeria: Lassa Fieber breitet sich weiter aus

iStock/MikeLane45

Der Lassa Fieber-Ausbruch in Nigeria breitet sich weiter aus. Zwischenzeitlich sind in den vergangenen fünf Wochen in 17 Staaten rund 450 Menschen erkrankt. Die WHO unterstützt die örtlichen Gesundheitsbehörden bei den Eindämmungsmaßnahmen des Ausbruchs. Insgesamt kam es zu 43 registrierten Todesfällen. Unter den Erkrankten befinden sich auch 11 Gesundheitshelfer; vier sind bereits an den Folgen der Erkrankung gestorben. Derzeit liegt das Krisenzentrum im Süden in Edo, Ondo und Ebonyi. Lassa Fieber tritt in Nigeria insbesondere während der sechsmonatigen Trockenzeit  vermehrt auf. Im Jahr 2016 kam es in Nigeria zu einem großen Lassa Fieber-Ausbruch bei dem mehr als 80 Menschen starben. Auch eine schwedische Touristin erkrankte 2016 an Lassa-Fieber, nachdem sie zuvor sechs Wochen durch das westafrikanische Liberia reiste. Die letzten Wochen besuchte sie die nördlichen und nordwestlichen Landesteile. Das Lassa Fieber kommt in vielen westafrikanischen Ländern vor. Alleine im vergangenen Monat meldeten u.a. Benin, Liberia und Sierra Leone neue Erkrankungsfälle.  

Auch Reisende können erkranken 

Immer wieder kommt es bei Reisenden zu vereinzelten Erkrankungsfällen, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird.  In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihrem Aufenthalten in Afrika an Lassa-Fieber erkrankten. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt.  

Lassa-Viren werden durch Ratten übertragen 

Ratten scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal). Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber auch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.