13. Feb 2022

Nigeria: Lassa Fieber in 12 Bundesstaaten

Krankenhaus interMEDIS / Pechel

In Nigeria starben in den ersten drei Wochen des Jahres 2022 mindestens 32 Menschen an Lassa-Fieber. Das "NCDC" (Nigeria Centre for Disease Control) berichtete, dass kumulativ von der ersten bis zur dritten Woche des Jahres 2022 rund 170 Menschen in 37 lokalen Regierungsbezirken in 12 Bundesstaaten mit Lassa-Viren infiziert wurden. Insgesamt wurden 759 Verdachtsfälle gezählt. Nach jüngsten Berichten der Gesundheitsbehörden konnten bislang 74 Erkrankungsfälle bestätigt werden. Die Erkrankungen wurden aus Ondo, Bauchi, Edo, Oyo, Ebonyi, Benue, Katsina, Kaduna und Taraba gemeldet. Nahezu Dreiviertel aller Fälle wurden in Edo, Ondo und Bauchi registriert.

Lassa-Fieber tritt in vielen afrikanischen Ländern auf

Lassa-Fieber wird in vielen afrikanischen Ländern wie Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Nigeria, Zentralafrikanischen Republik oder in Namibia beobachtet. Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können denen einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber jedoch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.

Gelegentlich erkranken auch Reisende

Das Infektionsrisiko für Reisende kann grundsätzlich als sehr gering eingestuft werden. Dennoch wurden in den vergangenen 30 Jahren mindestens 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa-Fieber erkrankten. Auch nach Deutschland wurden in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle von Lassa-Fieber durch Reiserückkehrer eingeschleppt. Trekking Reisende oder Entwicklungshelfer haben ein höheres Infektionsrisiko, da ein Aufenthalt in Risikogebieten unter einfachen hygienischen Bedingungen die Übertragungsmöglichkeit erhöht. Ratten scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z. B. bei medizinischen Pflegepersonal).