27. Jan 2017

Nigeria: Lassa Fieber in Port Harcourt

iStock/MikeLane45

Aus der Stadt Port Harcourt im Bundesstaat Rivers wurde erneut Lassa Fieber gemeldet. Erst im vergangenen Jahr erkrankten und starben im südlichen Bundesstaat Rivers fünf Menschen. Anfang des Jahres 2016 kam es in Nigeria zu einem großen Lassa Fieber-Ausbruch bei dem mehr als 80 Menschen starben. Lassa Fieber tritt in Nigeria in 23 Bundesstaaten auf. Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch und können einer Malaria ähneln. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber kommen. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber auch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.  Die Erkrankung "Lassa" ist nach einer Stadt im Nordosten Nigerias benannt. Dort wurde 1969 die Erkrankung erstmals beschrieben und das Virus nachgewiesen.

Touristin erkrankte an Lassa Fieber 

Erst vor wenigen Monaten erkrankte eine schwedische Reisende an Lassa-Fieber, nachdem sie zuvor sechs Wochen durch das west afrikanische Liberia reiste. Bereits 2011 wurde ein Lassa-Fieber-Fall nach Schweden importiert. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa-Fieber erkrankten. In Deutschland erkrankte zuletzt im Jahr 2006 ein deutscher Tourist nach seinem Aufenthalt in Sierra Leone an Lassa Fieber. Im Jahr 2009 erkrankten und starben zwei englische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Nigeria und Mali und 2010 erkrankten zwei amerikanische Touristen nach ihrer Reise nach Liberia und Sierra Leone. Immer wieder kommt es zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird.

Jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Lassa-Fieber-Fälle   

Das Lassa-Fieber kommt in vielen afrikanischen Ländern vor, wie Benin, Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia. Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Fälle von Lassa-Fieber auftreten. Die Lassa-Viren werden v.a. durch Ratten übertragen. Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal).