6. Aug 2015

Nigeria: Weniger Lassa-Fieber Erkrankungen

iStock/MikeLane45 Die Zahl der Lassa-Fieber Erkrankungen in Nigeria zeigt in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang. Wurden letztes Jahr noch 786 Erkrankungsfälle in den ersten 25 Kalenderwochen des Jahres gezählt, waren es in diesem Jahr nur noch 156. Am stärksten betroffen sind immer noch die Provinzen Edo und Plateau. Weitere einzelne Erkrankungsfälle wurden aus Bauchi, Borno, Gombe, Kogi, Kwara, Nasarawa, Ondo und Taraba berichtet. Weiterhin bleibt jedoch das Lassa-Fieber ein Problem in 23 von 36 Provinzen des Landes.  

Lassa-Fieber ist auch in anderen afrikanischen Ländern ein Risiko 

Auch in anderen afrikanischen Ländern, wie Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia tritt das Lassa-Virus auf. Die Infektionskrankheit wird vor allem in der ersten Jahreshälfte gehäuft beobachtet, ist aber das ganze Jahr über präsent. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Fälle von Lassa-Fieber auftreten. Nahezu Dreiviertel aller Infektionen sind unscheinbar und verursachen keine Beschwerden. Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt.  

Erhöhtes Risiko besteht in ländlichen Regionen  

Übertragen wird die Viruserkrankung vor allem durch Ratten (Vielzitzenratten). Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal). Das Lassa-Fieber wird durch Viren verursacht. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber und im weiteren Verlauf der Krankheit zu inneren Blutungen mit Schocksymptomatik und Kreislaufversagen kommen.  

Schwedische Entwicklungshelferin erkrankte  

Der letzte bekannt gewordene Fall bei Reisenden ereignete sich im  März 2012, wo eine schwedische Entwicklungshelferin bei ihrem Aufenthalt in West Afrika an Lassa-Fieber erkrankte. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa Fieber erkrankten. Viele der Infektionen wurden in Sierra Leone erworben. In Deutschland erkrankte zuletzt im Jahr 2006 ein deutscher Tourist nach seinem Aufenthalt in Sierra Leone an Lassa Fieber. Im Jahr 2009 erkrankten und starben zwei englische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Nigeria und Mali und 2010 erkrankten zwei amerikanische Touristen nach ihrer Reise nach Liberia und Sierra Leone. Immer wieder kommt es zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird.