3. Mrz 2015

Nordhalbkugel: Saisonale Influenzaaktivität bis April

iStock/pingebat, interMEDIS Die Zahl der Influenza-Fälle in Deutschland ist in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Bis Ende 8. Kalenderwoche (22. Februar 2015) wurden bundesweit 7.256 Erkrankungsfälle registriert und seit Beginn der Grippewelle (seit 40. KW 2014) sind es 26.886 Influenzafälle. Eine hohe Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle wird angenommen. Auch aus anderen Ländern Europas wird seit Beginn des Jahres eine steigende Grippeaktivität berichtet u.a. aus Belgien, Frankreich, Luxemburg, Portugal, Spanien, Schweiz und England berichtet. 

Erhöhtes Risiko für Reisende

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht auch für Reisende, denn Influenza ist die häufigste impfpräventable Infektionskrankheit bei Fernreisen! Während der Reise bestehen meist vermehrt Personenkontakte durch Menschenansammlungen an Bahnhöfen, Flughäfen und Busplätzen. Dadurch steigt das Risiko für den Einzelnen. Die  Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) empfiehlt daher Reisenden, die ein erhöhtes Expositionsrisiko besitzen (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein) die Schutzimpfung. Zu diesem Personenkreis gehören: Passagiere auf Kreuzschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisende mit organisierten Touristengruppen, Reisende mit Besuch von Großveranstaltungen und Mekka-Pilger.

Influenza-Saison der Nordhalbkugel: November - April

Die saisonale Influenza wechselt im jahreszeitlichen Rhythmus alljährlich zwischen Nord- und Südhalbkugel (Nordhalbkugel: November - April; Südhalbkugel: Mai – Oktober). Derzeit besteht somit für Fernreisenden in die nördliche Hemisphäre die Empfehlung einer Influenza-Impfung. Insbesondere sollte dann ein Schutz erwogen werden, wenn man zu den Risikogruppen gehört oder am Reiseort eine erhöhte Influenza-Aktivität gemeldet wird. Zur Nordhalbkugel, die sich nördlich des Äquators befindet, gehören Europa, Asien, Nordamerika sowie der größere Teil Afrikas, der nördliche Teil Südamerikas und Grönland.

Schutzimpfung für Nord- und Südhalbkugel ausreichend

Bei Reisen auf die südliche Halbkugel ist die Verwendung eines speziellen Impfstoffes nicht mehr erforderlich, denn die Schutzdauer der Impfung beträgt 6-12 Monate und die Verwendung des hiesigen Impfstoffs ist nach bisherigen Erfahrungen ausreichend. Allerdings ist der Influenza-Impfstoff ab Mai kaum mehr verfügbar, daher ist es sinnvoll sich rechtzeitig impfen zu lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Influenza-Schutzimpfung generell Personen ab 60 Jahren und Schwangeren, sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Der saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach 7 Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Personen mit erhöhtem Risiko, die sich unsicher sind, ob eine Influenza-Impfung für sie sinnvoll und empfohlen ist, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen.