5. Mai 2022

Pakistan: Malaria in Sindh

Anti-Mücken-Sprühkampagne iStock/Bignai

Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden hat die Malaria in Sindh, der südöstlichen Provinz Pakistans, vor allem in den städtischen Zentren stark zugenommen. Im Zeitraum von Anfang Juli 2021 bis Anfang März 2022 wurden mehr als 5.000 Malaria-Fälle landesweit registriert, davon mehr als die Hälfte in Sindh. Örtlichen Berichten zufolge wurden von der Stadtverwaltung in den letzten Monaten aufgrund der Corona-Pandemie keine bzw. nur wenige Mückenbekämpfungsmaßnahmen durchführt. Dadurch soll es zu einer Zunahme von Mücken v. a. in den städtischen Zentren gekommen sein. Einwohner verschiedenster Stadtteile beschweren sich, dass vielerorts große Mückenschwärme auftreten. Brutstätten für Mückenlarven sollen aktuell in Müllbergen, Rinnsteinen und offenen Abflüssen vermehrt auftreten und dadurch zu einer alarmierenden Zunahme von Mücken geführt haben. 

Weltmalariatag 2022 ruft weiter zum Kampf gegen Malaria auf 

Die Weltgesundheitsorganisation erinnert auch am diesjährigen Weltmalariatag, dass man zwar Malaria vorbeugen, behandeln und heilen kann, aber dennoch alljährlich viele Millionen Menschen weltweit erkranken und viele Tausende sterben. Dem „world malaria report 2021“ zufolge erkrankten im Jahr 2020 schätzungsweise weltweit 241 Millionen Menschen an Malaria, davon starben schätzungsweise 627.000 Menschen. Die meisten Erkrankungen und Todesfälle gibt es in Afrika, südlich der Sahara. Weitere Malariagebiete befinden sich in Mittel- und Südamerika, Südasien, der westlichen pazifischen Region und ein kleiner Teil im Mittleren Osten. Der Weltmalariatag 2022 stand daher unter dem Motto "Innovationen nutzen, um die Krankheitslast durch Malaria zu verringern und Leben zu retten". Trotz vieler Erfolge im Kampf gegen die Malaria in den Jahren 2000 und 2015, haben sich die Fortschritte in den letzten Jahren verlangsamt oder sind zum Stillstand gekommen. Dies betrifft insbesondere die Länder mit hohem Malariaaufkommen in Afrika südlich der Sahara. 

Man kann Malaria vorbeugen, behandeln und heilen 

Alljährlich erkranken auch deutsche Reisende bei ihren Reisen in Risikogebiete an Malaria. Das individuelle Malariarisiko wird stark durch das persönliche Verhalten und die vorbeugenden Maßnahmen mitbestimmt. Außerdem spielt die Reiseroute durch das regional sehr unterschiedlich ausfallende Malaria-Übertragungsrisiko eine erhebliche Rolle. Die empfohlenen Prophylaxe-Maßnahmen sollten zuverlässig durchgeführt werden. Der Reisemediziner kann anhand der Reiseroute, der Aufenthaltsorte und -dauer beurteilen ob eine regelmäßige Einnahme einer Malaria-Chemoprophylaxe erforderlich ist oder ob die Mitnahme einer sogenannten Malaria-Notfallmedikation ausreichend ist. In jedem Fall sollten sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Wichtig ist es ebenso die möglichen Symptome einer Malaria zu kennen und bei Beschwerden, umgehend einen Arzt aufzusuchen, um eine schnelle Diagnosestellung und gegebenenfalls Behandlung zu erzielen. Auch in Deutschland erkranken Touristen alljährlich an Malaria. Die meisten Malariaerkrankungen bei Reisenden werden in Afrika südlich der Sahara erworben (v.a. Nigeria, Ghana, Eritrea, Togo, Kamerun, Kenia, Tansania und Uganda).