14. Aug 2016

Pestausbruch in Sambia

iStock / marcouliana

Aus dem Nyimba Distrikt im Osten Sambias wurden in der ersten Jahreshälfte vermehrt Fälle der Beulenpest gemeldet. Seit Ende März 2016 hat die Zahl der Pest-Erkrankungs- und Todesfälle beständig zugenommen. Die Gesundheitsbehörden haben bereits Kontrollmaßnahmen eingeleitet. Bis Mai wurden die Erkrankungsfälle vornehmlich aus einer Dorfgemeinschaft gemeldet. In erster Linie waren Kinder im Durchschnittsalter von acht Jahren betroffen. Da die Region in einem Gebiet mit hohem Malariavorkommen liegt, litten auch einige der Patienten zeitgleich an Malaria. Das erschwerte in vielen Fällen die Diagnosestellung, da in manchen Fällen eine alleinige Malariaerkrankung angenommen wurde und die Patienten daher nur mit Antimalaria-Medikamenten behandelt wurden. Erst weitere Untersuchungen deuteten auch auf eine zusätzliche Infektion mit Yersinia pestis hin, dem Erreger der Pest. Pestausbrüche werden seit 1917 in Sambia beobachtet.  

Der „Pestfloh“ überträgt die Erreger  

Auch aus anderen Ländern Afrikas werden Erkrankungen berichtet. Die Infektionskrankheit wird u.a. von Rattenflöhen auf den Menschen übertragen. In der Regenzeit suchen Nagetiere, die durch den Pestfloh befallen sind, in den Häusern der Dörfer und Städte Zuflucht. Durch die Nähe zum Menschen kommt es daher häufiger zu Infektionen. Überwiegend betroffen sind somit Personen aus sozial schwachen Verhältnissen die durch ihre ärmlichen Behausungen vor allem wildlebenden Nagetieren ausgesetzt sind. Aufgrund der oft mangelhaften medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten von Schwellen- und Entwicklungsländern, als auch den oft nicht ausreichend ausgebildeten Meldesystemen kann man von einer Unterfassung der Fälle ausgehen. Dennoch kann von einer grundsätzlich rückläufigen Zahl der Pesterkrankungen weltweit ausgegangen werden. Die meisten Fälle weltweit werden alljährlich aus Madagaskar, weitere Schwerpunkte liegen in Afrika, Südamerika und Indien gemeldet.  

Das Infektionsrisiko bei Reisenden ist sehr gering 

Auch wenn das Risiko für Reisende sehr gering ausfällt, so können dennoch auch in Regionen mit hohem Hygienestandard Pestfälle vereinzelt auftreten, wie in Ländern der USA bei Campingurlaubern gelegentlich berichtet wird. Dennoch begünstigen  Armut, mangelnde Hygiene- und Medizinstandards vor allem in Slums und Armenvierteln die Übertragung der Erkrankung. Daher stellt die Pest für Reisende nur in absoluten Sonderfällen (z.B. Trekking- und Abenteuertouren in touristisch nicht erschlossene Infektionsgebiete, bzw. berufliche Exposition bei Entwicklungshelfern) ein Risiko dar.