10. Jul 2015

Philippinen: MERS-Infektion bei Reisenden

Philippinen, Reisender iStock/Soft_Light Die Atemwegserkrankung MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus)  ist nun auch auf den Philippinen bei einem Reisenden nachgewiesen worden. Der 36-jährige Reisende aus Finnland besuchte Mitte Juni Saudi-Arabien (Riyadh, Jeddah und Dammam) und reiste von dort aus nach Manila (Philippinen) weiter. Dort hielt er sich in Taguig und Makati in Manila auf und bereiste im Anschluss Penang und Kuala Lumpur in Malaysia. Abschließend reiste er über Singapur wieder zurück nach Manila, wo erstmals gesundheitliche Beschwerden auftraten. Nachdem Untersuchungen ergaben, dass es sich um MERS handelt, wurde der Patient sofort auf eine Isolierstation im Krankenhaus eingewiesen und Kontaktpersonen im Flugzeug und während seiner Reise zu vorsorglichen Untersuchungen geschickt. Weitere Erkrankungsfälle sind bisher nicht aufgetreten. Der finnische Reisende befindet sich derzeit auf dem Weg der Besserung. Nach Aussage des Gesundheitsministeriums war dies bereits der zweite nachgewiesene MERS-CoV-Fall auf den Philippinen.

Zahl der MERS-Infektionen steigt weiter an 

Bereits im vergangenen Monat Juni wurde auch aus Thailand der erste Fall einer MERS-Infektion bei einem 75-jährigen Reisenden aus Oman registriert. Seit September 2012 bis 8. Juli 2015 registrierte die WHO 1.368 Labor-bestätigte MERS-CoV-Fälle – davon mindestens 487 Todesfälle die im Rahmen der Erkrankung auftraten. Auch der Ausbruch in Südkorea hält seit Ende Mai weiter an. Bis 10. Juli 2015 wurden insgesamt 185 neue Erkrankungsfälle aus der Republik Korea berichtet, darunter 35 Todesfälle. Ein weiterer Erkrankungsfall wurde aus China gemeldet. Acht Personen befinden sich derzeit in einem kritischen gesundheitlichen Zustand. Im Durchschnitt beträgt das Alter der Erkrankten rund 55 Jahre. Mehrheitlich sind Männer betroffen. Dabei handelt es sich um den bislang größten MERS-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. 

Reisende haben ein sehr geringes Infektionsrisiko 

Es kann davon ausgegangen werden, dass das Infektionsrisiko für Reisende ausgesprochen gering ist. So steht zum Beispiel der Erkrankungsfall in Thailand nicht mit dem MERS-Ausbruch in Südkorea in Verbindung. Die Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass vor allem Dromedare das Virus auf den Menschen übertragen. Nur in wenigen Fällen wurde eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beobachtet. Voraussetzung dafür ist ein enger Kontakt, wie zum Beispiel bei der Krankenpflege. In Deutschland wurde im März 2015 der dritte MERS-Fall berichtet.

East Respira­tory Syndrome Coronavirus - kurz MERS-CoV 

Bei dem Middle East Respira­tory Syndrome Coronavirus, kurz MERS-CoV, handelt es sich um ein Virus aus der Familie der Coronaviren, das zu einer grippeähnlichen Erkrankung führt. Tritt im Rahmen der Erkrankung ein schwerer Krankheitsverlauf auf, so kann sich eine Lungenentzündung (Pneumonie) bilden, die zu einem akutem Lungenversagen führen kann. Ebenso kann es zu einem Nierenversagen kommen. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Erkrankungen z.B. Diabetes, Krebs oder Immunsuppression. Die Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch (sog. Inkubationszeit) beträgt meistens ein bis zwei Wochen. Seit April 2012 ist MERS-CoV auf der arabischen Halbinsel vorwiegend in Saudi-Arabien bekannt.  

MERS-CoV-Infektion: Risiken und Gefahren

Generell sollte bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndromen immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. Indizien für eine MERS-CoV-Infektion könnten u.a. der Aufenthalt in einem Land der arabischen Halbinsel sein, der Kontakt mit einer medizinischen Einrichtung in Südkorea oder aber auch der Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher MERS-CoV-Infektion. Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Erkrankten sich der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränken.