2. Apr 2022

Philippinen: Tollwut in Nord-Mindanao

Hund und Tourist 1 GSK

Die Gesundheitsbehörden von Nord-Mindanao berichten über einen signifikanten Anstieg von Tollwut-Todesfällen im vergangenen Jahr. Nach Aussage der Behörden verstarben im vergangenen Jahr 18 Personen an Tollwut im Vergleich zu 7 Todesfällen im Jahr 2020. Die meisten Todesfälle wurden aus der Provinz Bukidnon gemeldet. Außerdem wurden im vergangenen Jahr im Zentrum von Mindanao insgesamt 67.186 Tierbisse beim Menschen registriert; in 1.116 Fällen kam es zur Tollwut. In der Westlichen Pazifischen Region sterben alljährlich rund 800 Menschen an Tollwut. Rund 15 Mio. Personen bekommen jedes Jahr eine postexpositionelle Tollwutimpfung, das bedeutet eine Immunisierung gegen Tollwut nachdem sie durch einen Tierbiss möglicherweise mit Tollwutviren infiziert wurden. Mit einer Sterblichkeitsrate von fast 100% bei Menschen bleibt die Tollwut eine globale Bedrohung. Hunde sind die Hauptüberträger der Krankheit. Die Impfung ist somit auch für Reisende eine wichtige Maßnahme, um sich in Ländern mit Tollwut-Vorkommen vorbeugend gegen die lebensgefährliche Krankheit zu schützen. 

Die Tollwut kommt in 150 Ländern und Regionen weltweit vor

Bei Reisen in Regionen mit Tollwut-Vorkommen, sollte rechtzeitig vor der Reise ein Arzt aufgesucht werden, um das individuelle Tollwutrisiko einzuschätzen und gegebenenfalls rechtzeitig vorbeugend zu Impfen. Ein erhöhtes Tollwutrisiko besteht zum Beispiel bei Trekking oder Übernachten im Freien. Bislang waren 3 Impfungen an den Tagen 0, 7 und 21 bis 28 als Impfschema empfohlen. Im April 2018 gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch eine neue Empfehlung zur Tollwutimpfung heraus; demnach sind nur mehr zwei Impfungen an den Tagen 0 (= Tag der Impfung) und 7 (= sieben Tage nach der ersten Impfung) erforderlich, um einen ausreichenden Schutz gegen Tollwut zu erhalten. Es wird davon ausgegangen, dass die modernen Impfstoffe das Immunsystem so weit aktivieren, dass bereits nach zwei Impfungen ein ausreichender Schutz vorliegt, so die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG). 

Trekking oder Übernachten im Freien erhöht das Risiko

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jährlich rund 59.000 Menschen an Tollwut sterben. Experten gehen sogar von einer Unterfassung der Datenlage und von wesentlich mehr Erkrankungen aus, da viele Erkrankungen sich in abgelegenen Regionen von afrikanischen oder asiatischen Ländern befinden und gar nicht vollständig erfasst werden können. Die lebensgefährliche Infektionskrankheit ist weltweit verbreitet und kommt in 150 Ländern und Regionen vor. Die meisten Erkrankungen werden in Asien und Afrika gemeldet. Tragische Erkrankungsfälle auch bei Reisenden bekräftigen die Tollwut-Impfempfehlung vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen oder erhöhtem Reiserisiko (Trekking oder Übernachten im Freien). Erst im Dezember 2019 erkrankte ein europäischer Reisender nach seinem Aufenthalt auf den Philippinen an Tollwut.

Tollwut-Impfstoffe sind in vielen Reiseregionen nicht sofort verfügbar  

Viele Hunde leben frei und herrenlos auf den Straßen. Deshalb gilt als eiserne Regel, sich von freilaufenden Hunden – vor allem auch Welpen – fernzuhalten, da durch infizierte Tiere die Gefahr der Virusübertragung auf den Menschen besteht. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist jedoch weiterhin – unabhängig vom Impfstatus – wegen akuter Lebensgefahr umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. In vielen tropischen und subtropischen Ländern sollte man daran denken, dass die medizinische Infrastruktur v. a. in den ländlichen Regionen oft unterentwickelt ist, sodass im Notfall nicht die richtigen Medikamente oder medizinischen Einrichtungen in der erforderlichen kurzen Zeit zur Verfügung stehen kann.