6. Jan 2022

Philippinen: Typhus in Nord-Cotabato

Indien - Wasser, Typhus iStock / saif6996

Am 4. Januar 2022 wurden den Gesundheitsbehörden der Provinz Nord-Cotabato (IPHO) mehrere Typhus-Fälle gemeldet. Mindestens 30 Personen mussten wegen Typhus ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Erkrankungen wurden in der Gemeinde Manaulanan in Pikit in Nord-Cotabato beobachtet. Viele Kinder sind von dem Ausbruch betroffen. Als Infektionsursache wird verunreinigtes Trinkwasser angenommen. Der Gemeinde steht kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung, so dass die Menschen aus öffentlichen Brunnen ihre Wasserversorgung beziehen müssen und somit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Die Gesundheitsbehörden untersuchen derzeit die näheren Umstände des Ausbruchs und kontrollieren die Wasserstellen. Typhus-Erreger werden vor allem auf fäkal-oralen Weg über verunreinigte Nahrungsmittel (v. a. ungewaschene Früchte, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch) oder durch verunreinigtes Trinkwasser - meist unter schlechten hygienischen Verhältnissen - aufgenommen.

Auch Reisende können an Typhus erkranken 

Alljährlich erkranken auch deutsche Touristen an Typhus. Die Infektionen werden überwiegend bei Reisen in asiatische Länder erworben, aber auch bei Reisen unter einfachen hygienischen Verhältnissen (z.B. Trekkingreisen) in Länder Afrikas und Lateinamerikas. Nicht nur schlechte sanitäre und hygienische Verhältnisse können für die Übertragung verantwortlich sein, sondern auch hygienische Nachlässigkeit in der Zubereitung von Speisen. Sogenannte „Dauerausscheider“ unter dem Küchenpersonal können sogar in guten Sterne-Restaurants oder Hotels als Typhus-Überträger in Frage kommen. Daher sind auch Hotelreisende vor einer Infektion mit Typhusbakterien nicht sicher. Reisenden wird daher empfohlen, eine grundsätzlich sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene einzuhalten. Ein Typhus-Impfschutz sollte bei Reisen in Risikogebiete oder bei erhöhtem Risiko durch Rucksack- oder Trekkingreisen erwogen werden.