30. Sep 2014

Reisen: Schutz vor saisonaler Grippewelle

In einer gemeinsamen Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, das Paul-Ehrlich-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mahnen die Experten zur Vorsicht für die kommende Grippe-Saison. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) Reinhard Burger empfiehlt alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe zu nutzen, um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken. Als wichtigste Schutzmaßnahme gilt nach wie vor die Impfung, die von der Ständige Impfkommission (STIKO) Personen ab 60 Jahren, Schwangere, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens empfohlen ist.  

Gripperisiko auch für Reisende  

Vor allem Reisende haben in der Regel während ihrer Reise vermehrt Personenkontakte und sind auf Bahnhöfen, Flugplätzen, Busplätzen Menschenansammlungen und Klimaanlagen vermehrt ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko für den Einzelnen. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) speziell für Reisende Empfehlungen ausgesprochen. Zu den Reisenden, die ein erhöhtes Expositionsrisiko (= das Risiko einem Krankheitserreger ausgesetzt zu sein) besitzen gehören: Passagiere auf Kreuzschiffen, Reisende auf längeren Flug-, Bus- oder Bahnfahrten, Reisende mit organisierten Touristengruppen, Reisende mit Besuch von Großveranstaltungen und Mekka-Pilger.

Ganzjähriges Risiko zwischen den Wendekreisen 

Für Reisen in folgende Gebiete mit aktuellen Ausbrüchen ist prinzipiell eine Grippeimpfung empfohlen erklärt die Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft (DTG): Reisen auf der nördlichen Hemisphäre zwischen November und April, Reisen auf der südlichen Hemisphäre zwischen Mai und Oktober und Reisen in die Tropen oder Subtropen (zwischen den Wendekreisen) ganzjährig.

 „Ideale Impfmonate“ sind Oktober und November

Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits Anfang August die ersten Dosen des Grippeimpfstoffs für die kommende Saison freigegeben. Risikopersonen sollten die Zeit vor der Grippewelle nutzen und rechtzeitig zum Impfen gehen. Die Monate Oktober und November gelten als „ideale Impfmonate“ da in dieser Zeit noch rechtzeitig vor Eintreffen der Grippewelle in Deutschland eine ausreichende Immunität aufgebaut werden kann. Auch später, d.h. während der Grippewelle, kann noch geimpft werden. Allerdings besteht zu einem späteren Zeitpunkt  das Risiko sich zu infizieren, bevor der Impfschutz aufgebaut wird. Der saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden drei Influenza-Virustypen zusammen. Der Impfschutz beginnt sich nach 7 Tagen zu entwickeln. Nach 10 bis 14 Tagen hat der Körper einen vollständigen Immunschutz aufgebaut. Personen mit erhöhtem Risiko, die sich unsicher sind, ob eine Influenza-Impfung für sie sinnvoll und empfohlen ist, sollten sich mit ihrem Arzt besprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen.