13. Jun 2018

Rumänien: Masernausbruch hält an

MMR Impfausweis iStock / DETart21

Der Masern-Ausbruch in Rumänien hält weiterhin an. Rund 200 Erkrankungsfälle werden derzeit wöchentlich berichtet. Der Ausbruch, der bereits seit 2016 anhält, hat inzwischen zu mehr als 13.000 Erkrankungsfällen und 55 Todesfällen geführt. Der Grund der starken Ausbreitung wird auf die geringe Durchimpfungsrate im Land zurückgeführt. Rumänien gehört zu den Ländern mit einer der geringsten Masern-Durchimpfungsraten. Viele Rumänen die im Ausland arbeiten, infizieren sich dort und importieren bei Rückkehr in ihr Heimatland das Masernvirus. Ist das Umfeld nicht ausreichend  immunologisch geschützt, durch zum Beispiel Impfung oder bereits durchgemachte Erkrankung, kann sich das Masernvirus sehr schnell und ungehindert ausbreiten, da es hochinfektiös ist.

Zahl der Masernkranken in Europa verdreifacht  

In Europa hat sich im vergangenen Jahr die Zahl der Masernerkrankungen nahezu verdreifacht, am stärksten betroffen sind Italien, Rumänien und die Ukraine. Aber auch in Nord-, Süd- und Mittelamerika ist in diesem Jahr die Zahl der Masernerkrankungen im Vergleich zum Vorjahr stark angestiegen. Bis Anfang Juni 2018 wurden nahezu 1.700 Masernfälle aus 11 Ländern berichtet. Die meisten Erkrankungen wurden aus  Venezuela (1.427) gemeldet. Aber auch andere Länder registrierten Masern-Fälle wie Brasilien (114) und die Vereinigten Staaten von Amerika (84), so auch in geringerem Maße Argentinien, Kolumbien Peru, Ecuador, Guatemala, Mexiko, Kanada, Antigua und Barbuda. Im Vergleich dazu wurden im vergangenen Jahr weniger Fälle und diese aus deutlich weniger Ländern berichtet. Die meisten Erkrankungen wurden wie in diesem Jahr aus Venezuela (727) gemeldet, gefolgt von den USA (120), Kanada und Argentinien.  

Ferntourismus involviert Reisende in weltweite Masernsituation

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Touristen zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den  Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre, oder auch Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben oder Personen mit unklarem Immunstatus ist ein Impfschutz empfohlen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr (regulär zwischen dem 11. und 23. Lebensmonat) und fordert generell dazu auf, Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen, wenn sie nicht zum empfohlenen Zeitpunkt durchgeführt werden konnten. 

Immer wieder erkranken Reisende

Die Weltgesundheitsorganisation gibt an, dass in den Jahren 2010-2013 rund 15,6 Mio. Masern-Todesfälle weltweit durch die Masern-Schutzimpfung verhindert werden konnten. Vor allem Kinder in den armen und unterversorgten Regionen der Welt, sind durch die Masern bedroht. Durchschnittlich haben laut WHO nur 84% der Kinder weltweit eine Einzeldosis der Masernimpfung erhalten. Drei von fünf ungeimpften Kindern leben in den Ländern Indien, Nigeria, Pakistan, Äthiopien, Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo. Länder wie Indien, Indonesien und Äthiopien bilden beliebte Urlaubsziele für Fernreisende. Der eigene Masernschutz sollte daher vor jeder Reise unbedingt überprüft werden.