3. Aug 2017

Rumänien: Warnung vor Masern in Dolj

iStock / DETart21

Die Zahl der Masern-Erkrankungen steigt weiter an. Seit Beginn des Masern-Ausbruchs im Herbst letzten Jahres ist die Zahl der Fälle bis August dieses Jahres auf über 8.200 angestiegen. Erst vor wenigen Wochen verstarb ein 29-jähriger Mann aus dem Kreis Dolj in der rumänischen Region Walachei an Masern. Er ist der 32. Todesfall der im Rahmen des Ausbruchs aufgetreten ist. Erste Masernsymptome zeigte der junge Mann bereits im Februar dieses Jahres; die Komplikationen an denen er letztlich verstarb entwickelten sich später im Juni 2017. Durch breitflächig angelegte Impfkampagnen bemüht sich das Gesundheitsministerium die Durchimpfungsrate im Land – v.a. im Westen – zu erhöhen. Die Impfquote ist in Rumänien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, obgleich nur ein geringer Teil die Impfung verweigert. In den meisten Fällen scheitert es an Impfstoff-Engpässen und einem  unzureichendem Zugang zu medizinischen Versorgungssystemen für die ländliche Bevölkerung. 

Reisende innerhalb Europas sollten an einen Masernschutz denken  

Im Nachbarland Bulgarien klingt einer der größten Masernausbrüche im Stadtteil Stolipinovo in der Stadt Plowdiw langsam ab. Der Ausbruch begann im März dieses Jahres und führte zu mehr als 160 registrierten Erkrankungen; ein zehn Monate alter Säugling starb. Auch in der zentral gelegenen Stadt Pasardschik und der nordwestlichen Stadt Montana wurden Masern-Fälle beobachtet. Erst im März dieses Jahres warnte die WHO vor der steigenden Anzahl an Masern-Erkrankungen in der Europäischen Union. Betroffen sind vor allem die Länder Rumänien und Italien, des Weiteren Frankreich, Deutschland, Polen, Schweiz und die Ukraine. Europaweit sollen in diesem Jahr bereits mehr als 14.000 Masern-Fälle registriert worden sein, darunter 35 Todesfälle. In vielen Regionen Europas liegt die Masern-Durchimpfungsrate in der Bevölkerung noch unter den erforderlichen 95%, so dass sich die Infektionskrankheit vielerorts ungehindert ausbreiten kann.  

Frau in Essen stirbt an Masern

In Deutschland wurden in diesem Jahr 814 Masern-Fälle registriert (Datenstand RKI 2.8.2017). Eine 37-jährige Frau in Essen verstarb im Mai 2017 an Masern. Der Impfschutz der Frau sei offenbar nicht ausreichend gewesen. Bundesweit bestehen große Impflücken. Bundesweit bestehen große Impflücken. Im vergangenen Jahr waren rund 88 % der an Masern erkrankten nicht geimpft und rund 27 % mussten wegen Komplikationen stationär behandelt werden. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales empfiehlt daher allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind, sowie allen Asylsuchenden sich gegen Masern  impfen zu lassen. Das Vorkommen der Erkrankung ist bundesweit.

Auch Reisende sind von Masern betroffen

Außerhalb der EU wurden in diesem Jahr Masernausbrüche aus Australien, Kanada, Demokratische Republik Kongo, Guinea, Mali, Südsudan, Syrien und Südafrika registriert. Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen wird eine Impfung empfohlen.