4. Jul 2014

Sandmücken: Stich kann Parasiten übertragen

Im Mittelmeerraum hat die Hauptflugzeit der Sandmücken begonnen. Betroffen sind vor allem die Küstenregionen von Frankreich, Italien, Spanien und Portugal als auch die Inseln im Mittelmeer wie z.B. die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera), Korsika, Sardinien, Malta und Elba. 

Auffällig sind die großen schwarzen Augen 

Die sandfarbene Mücke ist ungefähr zwei Millimeter groß und fällt meist durch ihre großen schwarzen Augen auf. Im europäischen Mittelmeerraum sind 23 verschiedene Sandmückenarten bekannt die alle ein unterschiedliches Verhalten aufweisen. Die Sandmücken-Weibchen sind nachtaktiv und fliegen auf ihrer Suche nach einer Blutmahlzeit 1-2 km ungefähr eine Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang. Aufgrund ihrer kleinen Größe können sie bei Wind nicht fliegen, da sie sehr windempfindlich sind. Das bedeutet, dass die Mücken an windigen Stellen, wie z.B. Küstenregion kaum auftreten – außer es besteht Windstille. In der Regel sind sie jedoch wenige Meter vom Strand entfernt bereits zu finden.  

Dünne Haut bevorzugt!  

Die Mücken stechen gerne an Stellen dünner Haut wie zum Beispiel am Knöchel, den Händen, Füßen, im Gesicht und Nacken. Die Stichstellen jucken meist lange und stark. Durch den Stich der Mücke können Parasiten, sog. Leishmanien übertragen werden, die zu einer Leishmaniose führen können. Die Leishmanien befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person.

Juni bis September ist die Hauptflugzeit der Sandmücken 

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation, liegt die Zahl der Leishmaniose-Neuerkrankungen jährlich bei rund 2 Millionen. Dabei handelt es sich in ca. 1,5 Mio. Fälle um die sog. “Haut-Leishmaniose”. Die Erkrankungen werden aus Lateinamerika, Afrika, Indien, dem Mittleren Osten und dem Mittelmeerraum berichtet. Für die Verbreitung der Erkrankung spielen Klimafaktoren, wie z.B. die Flugzeiten der Überträgermücken, eine wesentliche Rolle. In Südeuropa ist die Hauptflugzeit der Mücken auf die Monate Juni, Juli, August und September begrenzt. Die Sandmücken übertragen überwiegend die Erreger der sogenannten „Haut-Leishmaniose.“ 

Auch Reisende können gestochen werden   

Auch für Reisende besteht ein Infektionsrisiko. Da die Flughöhe selten mehr als 2m beträgt, sind die Mücken in Hotels ab dem 1. Stockwerk meist kaum mehr zu erwarten. Allerdings lassen sich die Mücken, wie auch viele andere Insekten, durch Glühbirnen-Beleuchtung anlocken, so dass sie dadurch mehrere Meter in die Höhe fliegen. Daher sollten die Fenster in der Nacht geschlossen sein, wenn die Lampen eingeschaltet werden. Sorgfältige Maßnahmen zur Mückenabwehr sind in jedem Fall empfohlen. Dazu gehören u.a. das Tragen von Haut bedeckender Kleidung, das Auftragen von Mücken abweisenden Cremes und Lotionen auf unbedeckten Hautstellen, vor allem im Gesicht, Händen und Füßen – insbesondere an den Knochenstellen wo die Haut dünn ist und die Sandmücke bevorzugt sticht. Zusätzlich helfen auch Insektenabtötende und -abweisende Mittel in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen, Steckern u.ä. im Wohn- und insbesondere Schlafbereich die Stechmücken fernzuhalten.