25. Apr 2021

Saudi-Arabien: Coronavirus in Dromedaren

Dromedar - Saudi-Arabien Ariane Citron / Fotolia

In diesem Jahr wurden in Saudi-Arabien mindestens sieben neue MERS-CoV-Erkrankungsfälle gemeldet, darunter drei Todesfälle. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Corona-Viren verursacht wird. Bei einem schweren Krankheitsverlauf kann es zu einer schweren Infektion der Lunge (Pneumonie) zu einem akuten Atemwegssyndrom und Nierenversagen kommen. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Erkrankungen z. B. Diabetes, Krebs oder Immundefekten. Die Inkubationszeit beträgt meistens ein bis zwei Wochen. Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Erkrankten sich der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränken. Wie andere Coronavirus-Erkrankungen, kann die Infektion mit MERS-CoV aber oft auch unbemerkt oder mit leichten grippeähnlichen Beschwerden bleiben.

Weniger Testungen auf MERS-CoV durch Covid-19-Pandemie

Die aktuellen Erkrankungen wurden im Wesentlichen aus der Region Riyadh gemeldet, aber auch aus den Regionen Jeddah, Al-Ahsaa und Makkah. Insgesamt ist die Zahl der seit 2012 gemeldeten MERS-CoV-Erkrankungen weltweit auf 2.574 bestätigte Fälle angestiegen, darunter 886 Todesfälle. Im Jahr 2012 wurde MERS-CoV erstmals in Saudi-Arabien nachgewiesen. Seither hat sich die Infektionskrankheit auf mindestens 27 Länder ausgebreitet. Durch die anhaltende COVID-19-Pandemie ist die Kapazität der Testungen auf MERS-CoV in vielen betroffenen Ländern stark eingeschränkt. Daher erwartet die WHO im Mittleren Osten in den kommenden Monaten eine Zunahme der MERS-CoV-Erkrankungen, bei Personen, die in Kontakt mit Dromedaren gekommen sind oder Dromedar-Milch getrunken haben. Außerdem vermutet die WHO, dass es auch zu Infektionen in Krankenhäusern, in denen MERS-CoV-Patienten behandelt werden, kommen wird sowie MERS-CoV in andere Länder durch Infizierte exportiert wird. Daher arbeiten die saudischen Gesundheitsbehörden aktuell verstärkt an der Erhöhung der Testkapazität für MERS-CoV, um Infektionen frühzeitig zu erfassen.

MERS-CoV wurde bereits in viele Länder exportiert – auch nach Europa

Der Erreger des MERS-CoV (Middle East respiratory syndrome coronavirus) stammt aus der Familie der Coronaviren und wurde im Jahr 2012 erstmals in Saudi-Arabien identifiziert. Bislang gibt es keine offizielle eingedeutschte Bezeichnung der Erkrankung. Übersetzt steht die Abkürzung für „Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus“. Erkrankungsfälle traten seit 2012 v. a. in Saudi-Arabien, Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Süd-Korea auf. Einzelne exportierte Erkrankungsfälle wurden aber auch in Frankreich, Italien, Tunesien Griechenland, Malaysia, Thailand, China, Ägypten, USA, Niederlanden, Österreich, Türkei, Deutschland und im Vereinigten Königreich gemeldet.

Kontakte zu Dromedaren sollten vermieden werden

Das Coronavirus von MERS-CoV wird wahrscheinlich von Fledermäusen auf Dromedare und von diesen wiederum auf den Menschen übertragen. Wie bei anderen Coronavirus-Infektionen können die Viren aber auch über Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion von Mensch-zu-Mensch übertragen werden. Dabei sind v. a. die Nasensekrete und die Sekrete aus dem oberen Atemtrakt infektiös, die durch Husten oder Niesen über kontaminierte (mit Erregern verunreinigte) Hände weitergegeben werden. Spezifische Schutzmaßnahmen existieren nicht. Bei Reisen auf die arabische Halbinsel sollte der Kontakt zu Dromedaren und ihren Stallungen vermieden werden, sowie der Besuch von Kamelmärkten. Ebenso sollte auf den Verzehr von rohen oder unvollständig erhitzten Kamelprodukte verzichtet werden.