19. Nov 2016

Saudi-Arabien: Zunahme von MERS-CoV

Ariane Citron / Fotolia

In Saudi-Arabien hat die Zahl der MERS-COV-Infektionen weiter zugenommen. Bis 18. November 2016 wurden insgesamt 1.484 Infektionen bestätigt. In 617 Fällen verlief die Erkrankung tödlich. Seit dem 1. November 2016 wurden 13 Neuerkrankungen registriert. In allen Fällen handelte es sich um Ersterkrankungen. Die letzten Erkrankungen wurden aus unterschiedlichen Regionen gemeldet u.a. aus der Riyadh Region, der al-Hudud asch-Schamaliyya Region und aus Buqayq in der Ost-Provinz. Bei dem Middle East Respira­tory Syndrome Coronavirus, kurz MERS-CoV, handelt es sich um ein Virus aus der Familie der Coronaviren, das zu einer grippeähnlichen Erkrankung führt. Tritt im Rahmen der Erkrankung ein schwerer Krankheitsverlauf auf, so kann sich eine Lungenentzündung (Pneumonie) bilden, die zu einem akutem Lungenversagen führen kann. Ebenso kann es zu einem Nierenversagen kommen. Besonders gefährdet sind Personen mit chronischen Erkrankungen z.B. Diabetes, Krebs oder Immunsuppression. Die Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch (sog. Inkubationszeit) beträgt meistens ein bis zwei Wochen. Seit April 2012 ist MERS-CoV auf der arabischen Halbinsel vorwiegend in Saudi-Arabien bekannt. 

Auch Reisende können erkranken  

Im vergangenen Jahr wurde die Atemwegserkrankung auch bei einem Reisenden auf den Philippinen und einem Reisenden in Thailand beobachtet. Ein 36-jähriger Reisender aus Finnland besuchte Saudi-Arabien (Riyadh, Jeddah und Dammam) und reiste von dort aus nach Manila (Philippinen) weiter. Dort traten erstmals gesundheitliche Beschwerden auf und eine Infektion mit MERS-CoV wurde nachgewiesen. Nach Aussage des Gesundheitsministeriums war dies bereits der zweite nachgewiesene MERS-CoV-Fall auf den Philippinen. Doch auch aus Thailand wurde der erste Fall einer MERS-Infektion im Jahr 2015 bei einem 75-jährigen Reisenden aus Oman registriert. Dennoch kann jedoch grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass das Infektionsrisiko für Reisende ausgesprochen gering ist. Es wird davon ausgegangen, dass vor allem Dromedare das Virus auf den Menschen übertragen. Nur in wenigen Fällen wurde eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung beobachtet. Voraussetzung dafür ist ein enger Kontakt, wie zum Beispiel bei der Krankenpflege. Generell sollte bei schweren Pneumonien und Atemnotsyndromen immer eine labordiagnostische Abklärung erfolgen. Indizien für eine MERS-CoV-Infektion könnten u.a. der Aufenthalt in einem Land der arabischen Halbinsel sein, aber auch der Kontakt mit einem Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher MERS-CoV-Infektion. Eine spezifische Therapie gegen MERS-CoV existiert nicht, daher kann bei Behandlung der Erkrankten sich der Schwerpunkt nur auf die Linderung der Beschwerden beschränken.