16. Apr 2016

Schwangere: Vorsicht vor Zika-Virus-Vorkommen

iStock/cdwheatley

Die amerikanische Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hat nun offiziell bestätigt, dass durch Infektion mit dem Zika-Virus ungeborene Kinder schwere Schädel- und Hirnfehlbildungen, wie zum Beispiel die Mikrozephalie („zu kleiner Kopfumfang“), erleiden können. Nach eingehender wissenschaftlicher Prüfung der Erfahrungsberichte und Untersuchungen ist die Seuchenbehörde zu dem Ergebnis gekommen, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Zika-Virus-Infektion einer Schwangeren und schweren Fehlbildungen beim Gehirn des Kindes bestehen. Doch nicht nur Hirnschäden, sondern auch Frühgeburten, so wie Augenfehlbildungen und Hörschäden stehen im Zusammenhang mit Zika-Virus-Infektionen. Allerdings weist das CDC auch ausdrücklich darauf hin, dass nicht alle Zika-Virus-Infektionen während der Schwangerschaft Fehlbildungen nach sich ziehen, denn einige mit Zika-Virus infizierte Schwangere haben gesunde Kinder zur Welt gebracht. Es wird daher angenommen, dass beim Fehlbildungsrisiko auch weitere Faktoren eine Rolle spielen können. Somit bleibt die Frage offen, wie häufig eine Ansteckung mit dem tropischen Virus eine Mikrozephalie auslöst.

Schwangere sollten nicht in Gebiete mit Zika-Virus-Vorkommen reisen

Dennoch führen die neu gewonnen Erkenntnisse dazu, Sicherheitsmaßnahmen und -empfehlungen anzupassen. Das CDC empfiehlt daher Schwangeren nicht in Gebiete mit Zika-Virus-Vorkommen zu reisen. Auch Paare sollten bei Reisen in Endemiegebiete eine Schwangerschaftsverhütung erwägen. Neben guten Mückenschutzmaßnahmen, dienen diese Vorsichtsmaßnahmen dem Schutz des ungeborenen Kindes und sollten von Touristen ernsthaft in Erwägung gezogen werden. In Norwegen infizierten sich 12 Reisende während Ihres Aufenthaltes in Ländern mit Zika-Virus-Vorkommen mit dem Virus. Nahezu die Hälfte der Reisenden waren Schwangere. In Spanien waren sogar 88  Reiserückkehrer von der Infektion betroffen, darunter 11 Schwangere. Auch die WHO warnt insbesondere Schwangere, als auch Frauen mit der Absicht einer Schwangerschaft und ihre Sexualpartner vor einer Reise in Länder mit erhöhtem Zika-Virus-Vorkommen.

Ausbreitung des Zika-Virus in 50 Länder

In rund 50 Länder hat sich das Zika-Virus bereits ausgebreitet. Der karibische Raum, so wie Mittel- und Südamerika sind am stärksten betroffen. Einzelne Fälle wurden auch in Kanada, Süd- und Ostasien, als auch in einigen Teilen Westeuropas beobachtet. Deutschland ist bislang verschont geblieben. Ein Schwerpunkt der aktuellen Ausbreitung des Zika-Virus liegt weiterhin in Brasilien. Schätzungen zufolge wird die Zahl der Infizierten landesweit auf über eine Million geschätzt. Das Gesundheitsministerium registrierte insgesamt 1.113 Mikrozephalie-Fälle, bei denen in 189 Fällen das Zika-Virus bei den Müttern nachgewiesen werden konnte.

Etliche Reisende erkrankten an Zika-Virus

Auch deutsche Reisende sind in der Zwischenzeit durch Zika-Virus-Infektionen erkrankt. Da bislang jedoch noch keine Meldepflicht für Zika-Virus-Infektionen besteht, kann eine Dunkelziffer unbemerkter Zika-Virus-Fälle angenommen werden. Aus verschiedenen Europäischen Ländern wurde in den vergangenen Wochen Zika-Virus-Infektionen bei Reiserückkehrern festgestellt. Das Zika-Virus gilt als sog. „emerging pathogen“, d.h. es handelt sich um einen neu aufkommenden Krankheitserreger, der über das Potential verfügt sich in viele Länder der Welt auszubreiten. Auch wenn eine Infektion mit dem Zika-Virus mehrheitlich milde verläuft, so können Vorerkrankungen den Verlauf der Krankheit erschweren. Daher sollten Reiserückkehrer, insbesondere solche mit chronischen Krankheiten, bei einer auftretenden Fiebersymptomatik eine Infektion mit dem Zika-Virus ausschließen. Zika-Viren werden durch dieselben Mückenart übertragen, die auch Dengue-Viren übertragen können – sogenannte Aedes. Die gesundheitlichen Probleme ähneln den Beschwerden, die auch beim Dengue-Fieber auftreten können. Meistens kommt es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage. Die Krankheitsdauer bei einer Zika-Virus-Infektion beträgt durchschnittlich 3-7 Tage. Unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautausschlag die innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr auftreten, können auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hinweisen.

Guter Mückenschutz reduziert das Infektionsrisiko

Da sowohl Dengue Fieber als auch Zika-Virus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein. Schwangere sollten gegenwärtig nicht in die betroffenen Länder reisen.