16. Feb 2020

Seychellen: Masern auf Praslin

Seychellen, Praslin iStock / Fyletto

Am 21. Januar 2020 meldeten die Gesundheitsbehörden der Seychellen, vermehrt Masernfälle von Praslin, der zweitgrößten Insel der inneren Seychellen. Der erste Erkrankte war ein 41-jähriger Mann aus Amitie. Er entwickelte bereits am 10. Januar Krankheitsbeschwerden und wurde drei Tage später in ein Krankenhaus zur stationären Behandlung eingewiesen. Seither kam es zu weiteren Masernfällen auf der Insel. Betroffen sind beide Bezirke der Insel sowohl Grand Anse als auch Baie Saint Anne. Todesfälle wurden bislang keine berichtet. Die WHO informiert, dass die Seychellen bis vor wenigen Jahren als Masernfrei galten. Im Jahr 2006 wurde der letzte Ausbruch auf den Seychellen berichtet und ein einzelner Erkrankungsfall wurde im Jahr 2018 beobachtet. Bei dem gegenwärtigen Masernausbruch sind vor allem Erwachsene erkrankt. Ein Masernschutz ist bei Reisen in Risikogebiete empfohlen.

Urlauber setzen Masern-Infektionsketten in Gang 

Durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr werden weltweit immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Masern gehören zu einer der ansteckendsten Krankheiten weltweit. Sie können sich schnell und ungehindert bei nicht-immunen und ungeimpften Personen ausgebreiten. Masern können direkt durch enge Personenkotakte, aber auch durch Tröpfcheninfektion mittels  Husten oder Niesen verbreitet werden, aber auch durch den Kontakt mit infizierten Sekreten aus Nasen- und Rachenraum. Das Virus kann bis zu zwei Stunden aktiv in der Luft oder an Gegenständen ansteckend sein und jede nicht immune Person kann sich infizieren.

WHO empfiehlt Masern-Impfschutz

Selbst in Ländern mit hohem medizinischem Standard, kommt es in einem Viertel der Fälle zu Komplikationen und Krankenhauseinweisungen. Kommt es im Rahmen der Masern zu Komplikationen können sie tödlich enden oder auch lebenslange Schäden verursachen wie Hirnschäden, Blindheit und Taubheit. Kleine Kinder haben das höchste Risiko für Masern-Komplikationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich daher zum Ziel gesetzt die Masern weltweit auszurotten. Da die Masern weltweit Auftreten und somit auch an vielen Reiseorten, hat die WHO auch für  internationale Reisende Empfehlungen im Juni 2019 neue Empfehlungen ausgesprochen. 

  • Alle Reisende sollten vor der Reise ihren Masernschutz überprüfen, da die meisten Masern-Ausbrüche Impflücken bei Kindern und Erwachsenen aufweisen.
  • Reisende mit unklarem Impfstatus sollten laut WHO mindestens eine Masernimpfung 15 Tage vor Abreise erhalten.
  • Die Masern-Impfung kann gleichzeitig mit anderen Reiseimpfungen verabreicht werden.
  • Die Masern-Impfung ist für Schwangere nicht empfohlen.
  • Reisende sollten sich des Masern-Übertragungsrisikos bewusst sein, sowie sich über die Beschwerden und Komplikationen durch ihren Arzt aufklären lassen.
  • Die WHO empfiehlt Kindern ab dem 6. Lebensmonat die in Regionen mit Masernausbrüchen reisen eine zusätzliche Masernschutzimpfung. Kinder im Alter von 6. bis 9. Lebensmonat die eine zusätzliche Schutzimpfung erhalten sollten die zweite Impfung gemäß dem nationalen Impfplan ihres Heimatlandes erhalten.