3. Okt 2014

Sierra Leone: Ebola-Patient nach Deutschland eingeflogen

Ebola, Erkrankungsfälle Insgesamt 7.470 Ebola-Fälle wurden bis 1. Oktober aus Guinea, Liberia und Sierra Leone berichtet. In 3.431 Fällen verlief die Infektionskrankheit tödlich. Die meisten Erkrankungen werden aus Liberia (3.834) gemeldet, mit aktuellen Erkrankungen vor allem im Distrikt Lola, an der Grenze zur Elfenbeinküste. In Sierra Leone wurden 2.437 Fälle bekannt und in Guinea 1.199.

Mehr als 200 medizinische Helfer starben bislang an Ebola

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet über 382 medizinische Helfer, die sich beim aktuellen Ebola-Ausbruch bis zum 1. Oktober infiziert haben. Insgesamt 216 sind bereits an den Folgen der Erkrankung gestorben (35 in Guinea, 94 in Liberia, 5 in Nigeria und 82 in Sierra Leone). Auch nach Frankfurt wurde in der Nacht zum 3. Oktober ein an Ebola erkrankter Kinderarzt mit einem Ambulanzflug von Sierra Leone nach Deutschland transportiert. Der ursprünglich aus Uganda stammende Mediziner war für eine italienische Hilfsorganisation tätig und hatte sich bei seinem Hilfseinsatz in Sierra Leone infiziert.

Erste Fälle auch in anderen Ländern

In Nigeria, Senegal und den Vereinigten Staaten von Amerika wurden bereits 22 Fälle gemeldet, die entweder importiert oder im Land erworben wurden (Kontaktpersonen). Davon 20 Fälle in Nigeria mit acht Todesfolgen und je ein Erkrankungsfall im Senegal und den USA. Im Senegal und Nigeria wurden mehrere Hundert Kontaktpersonen 21 Tage unter Quarantäne gestellt und beobachtet. Keine weiteren Fälle sind aufgetreten. Die 100 Kontaktpersonen des aus Liberia eingereisten Ebola-Patienten in die USA stehen derzeit noch unter Beobachtung. Dieser Patient ist der Erste, bei dem außerhalb von Afrika die Krankheit diagnostiziert wurde. Seit Beginn des Ausbruchs wurden in den USA bislang fünf Ebola-Patienten behandelt - drei haben die Krankheit bislang überstanden. Alle Fünf hatten sich in Westafrika angesteckt, wurden dort diagnostiziert und sind zur Behandlung in die USA gebracht worden.

Auswärtige Amt warnt weiterhin vor Reisen nach Sierra Leone, Liberia und Guinea

Aufgrund der weiterhin kritischen Infektionslage, ruft das Auswärtige Amt zur Ausreise aus Sierra Leone, Liberia und Guinea auf. Ausgenommen ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal die im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in diese Länder reisen. Weiterhin bleibt die Ausreisemöglichkeit aus diesen Ländern beschränkt und fraglich. Immer wieder werden Verdachtsfälle bei internationalen Reisenden, wie aktuell in Honolulu, Utah (USA) und Texas (USA) bekannt, die diese Länder besuchten und in ihr Heimatland zurückkehrten.

Bei Reisen in die betroffenen Regionen sind nachwievor folgende Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:

  • Sorgfältige Hygienemaßnahmen sind einzuhalten.
  • Der Kontakt zu Kranken, insbesondere zu ihren Körperflüssigkeiten und Blut soll streng vermieden werden.
  • Kein Kontakt zu Tieren und kein Verzehr von rohem bzw. nicht vollständig durch gekochtem Fleisch.
  • Nicht an Beerdigungen der Ebola-Opfer bzw. am Beerdigungsritus der Handauflegung teilnehmen.
  • Krankenhäuser in denen Patienten wegen Ebola behandelt werden, sind zu meiden. Die Botschaft in Monrovia bietet Reisenden, die eine medizinische Behandlung benötigen, alternative medizinische Versorgungsstätten an. Auskunft dazu erteilt die Botschaft in Monrovia Tel. +(231) 77-677-7000
  • Bei Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Hautausschlag und/oder Rötung der Augen ist sofort medizinische Hilfe aufzusuchen.