25. Mai 2022

Simbabwe: Masern-Ausbruch im Manicaland

Afrika Kinder interMEDIS

In Simbabwe wurden in den Monaten Januar bis März durch die Gesundheitsbehörden 72 Masern-Erkrankungsfälle gezählt; 14 Kinder verstarben. Die Todesfälle wurden v. a. in Manicaland einer Provinz im Osten Simbabwes beobachtet. Die Gesundheitsbehörden starteten daher eine umfassende Impfkampagne, um der weiteren Ausbreitung der Masern entgegenzuwirken und um weitere Masern-Todesfälle zu verhindern. Die Masern gehören in Simbabwe neben Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Tuberkulose bei Kindern zu den sechs großen „Killer-Krankheiten“ mit den höchsten Todesfolgen.

Massive Zunahme der Masern in Afrika

In den ersten drei Monaten des Jahres wurden in Afrika rund 17.500 Masern-Fälle registriert. Damit ist die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zu 2021 massiv angestiegen. Nach Aussage der Vereinten Nationen soll die Zahl der Masern-Erkrankungen weltweit um rund 80% angestiegen sein. Länder wie Somalia oder Nigeria meldeten Rekordzahlen in diesem Jahr. Aus 20 afrikanischen Ländern wurden im ersten Quartal 2022 Masern-Ausbrüche gemeldet; im Vergleich zum Vorjahr 2021 waren es nur acht afrikanische Länder. Der plötzliche Anstieg von Masern und anderen durch Impfung vermeidbaren Krankheiten in Afrika wird größtenteils auf die Probleme durch COVID-19 zurückgeführt, die in vielen afrikanischen Ländern zu einer enormen Überlastung der Gesundheitssysteme geführt hat. Die WHO und ihre Partner unterstützen daher die afrikanischen Länder bei der Durchführung von Impfkampagnen.

WHO empfiehlt Schutzimpfung für internationale Reisende

Da die Masern weltweit Auftreten und somit auch an vielen Reiseorten, hat die WHO auch für internationale Reisende Empfehlungen ausgesprochen. Demnach sollten alle Reisenden vor der Reise ihren Masernschutz überprüfen, da die meisten Masern-Ausbrüche Impflücken bei Kindern und Erwachsenen aufweisen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder auch Personen in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä., wird eine Impfung empfohlen. Reisende mit unklarem Impfstatus sollten laut WHO mindestens eine Masernimpfung 15 Tage vor Abreise erhalten. Auch das deutsche Robert Koch-Institut empfiehlt Reisenden den Masernimpfschutz zu überprüfen. Die Masern-Impfung kann gleichzeitig mit anderen Reiseimpfungen verabreicht werden. Außerdem sollten Reisende sich des Masern-Übertragungsrisikos bewusst sein, sowie sich über die Beschwerden und Komplikationen durch ihren Arzt aufklären lassen. Selbst in Ländern mit hohem medizinischem Standard, kommt es in einem Viertel der Fälle zu Komplikationen und Krankenhauseinweisungen durch Masern. Die Komplikationen können tödlich enden oder auch lebenslange Schäden wie Hirnschäden, Blindheit und Taubheit verursachen. Kleine Kinder haben das höchste Risiko für Masern-Komplikationen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich daher zum Ziel gesetzt die Masern weltweit auszurotten.

Masern gehören zu einer der ansteckendsten Krankheiten weltweit

Durch Urlauber und den weltweiten Reiseverkehr werden immer wieder Masern-Infektionsketten in Gang gesetzt. Die meisten Erkrankungsfälle werden vor allem in Regionen mit einer geringen Masern-Durchimpfungsrate festgestellt. Masernviren können sich schnell und ungehindert bei nicht-immunen und ungeimpften Personen ausgebreiten. Masern können direkt durch enge Personenkotakte, aber auch durch Tröpfcheninfektion mittels Husten oder Niesen verbreitet werden, aber auch durch den Kontakt mit infizierten Sekreten aus Nasen- und Rachenraum. Das Virus kann bis zu zwei Stunden aktiv in der Luft oder an Gegenständen ansteckend sein und jede nicht immune Person kann sich infizieren.

Masernschutzgesetz in Deutschland

Abgesehen von der Impf-Empfehlung für Reisende in Masern-Risikogebiete, besteht seit 1. März 2020 in Deutschland das Masernschutzgesetz. Es sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der STIKO (Ständigen Impfkommission) empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Das Bundesgesundheitsministerium weist darum hin, dass darüber hinaus auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson in der Regel ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen muss. Außerdem gilt das Masernschutzgesetz auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder medizinischen Einrichtungen tätig sind wie Erzieher, Lehrer, Tagespflegepersonen und medizinisches Personal (soweit diese Personen nach 1970 geboren sind). Zudem müssen auch Asylbewerber und Flüchtlinge den Impfschutz vier Wochen nach Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft aufweisen.