4. Sep 2016

Singapur warnt vor Zika-Virus

iStock / luizsouzarj

Seit Ende August wurden mehr als 150 Zika-Virus-Infektionen aus Singapur  gemeldet. Sowohl in den USA als auch in Süd-Korea, Taiwan und Australien wird daher aktuell eine Reisewarnung für Schwangere in die Risikogebiete des Stadtstaates ausgesprochen. In der letzten Augustwoche wurden vor allem in der Region von Aljunied im Südosten von Singapur, aber auch in Tagore, Yishun, Harvey die Erkrankungsfälle berichtet.  

Changi ist ein zentraler touristischer Flughafen  

Singapur gehört mit rund 55 Mio. Reisenden die im Flughafen Changi jährlich ankommen, zum  zentralen Dreh- und Angelpunkt im Tourismus. Im ersten Halbjahr 2016 wurden alleine rund 8 Mio. Besucher in Singapur gezählt. Das bedeutet rund 1 Mio. Touristen mehr als im Vorjahr 2015. Im benachbarten Malaysia und Indonesien werden derzeit verstärkt Mückenbekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, damit sich das Virus nicht über die Landesgrenze hinweg ausbreitet. Es wird angenommen, dass die ersten Erkrankungsfälle in Singapur durch Arbeiter aus dem benachbarten asiatischen Ausland eingeschleppt wurden und sich nun das Virus in Singapur ausgebreitet hat und vermutlich heimisch wird.

Florida (USA): Zika-Virus in Mücken gefunden 

Auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben schwer an den Folgen des Zika-Virus-Ausbruchs in Mittel- und Südamerika zu tragen. In New York wurde seit April 2016 bei insgesamt 49 Schwangeren das Zika-Virus nachgewiesen. Ein Baby wurde bereits mit einer Mikrozephalie (zu kleiner Kopf) geboren. Bei allen betroffenen Frauen handelt es sich um Reisende die sich zuvor in Regionen aufhielten, in denen Zika aktuell vorkommt oder hatten sexuellen Kontakt zu solchen Reisenden. In einigen Regionen Floridas wurden sogar Zika-Ansteckungen gemeldet und das Zika-Virus auch in einheimischen Mücken nachgewiesen. In Texas starb sogar ein Baby kurz nach seiner Geburt an den Folgen der Zika-Virus-Infektion. Insgesamt sollen in Texas bereits mehr als 100 Zika-Virus-Fälle registriert worden sein, die alle auf Reisen in Regionen mit Zika-Virus Vorkommen zurückzuführen sind. Auch in Deutschland wurde das Zika-Virus bei mehr als 100 Reiserückkehrern beobachtet. In einem Fall kam es durch sexuelle Kontakte zur Infektion. 

Schwangere sollten nicht in Länder mit Zika-Vorkommen reisen  

Schwangere sollten nicht in Länder mit Zika-Vorkommen reisen und wegen sexueller Übertragbarkeit der Viren "Safer Sex" praktizieren, wenn ihre Partner in betroffenen Gebieten leben oder aus solchen zurückkehren. Zudem dürfen sich Reiserückkehrer aus Ländern mit Zika-Virus-Vorkommen zunächst  keiner Blutspende unterziehen. Da Zika-Virus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.