22. Aug 2021

Süd- und Mittelamerika melden Zika-Virus

Mexiko Jalisco iStock / axl5188

Die Zika-Virus-Fälle in Mittel- und Südamerika haben in den vergangenen Wochen zugenommen. Mit mehr als 8.000 Erkrankungen in diesem Jahr, werden die meisten Fälle aus Brasilien berichtet. Auch andere Länder Südamerikas wie Bolivien, Kolumbien, Peru, Venezuela und Paraguay melden Zika-Virus-Infektionen. In Mexiko und anderen Ländern Mittelamerikas waren es in diesem Jahr insgesamt 1.309 Erkrankungen die registriert wurden, die Mehrzahl aus Mexiko, weitere aus Costa Rica, El Salvador, Nicaragua und Panama. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 22.885 Zika-Virus-Fälle die aus Mittel- und Südamerika gemeldet worden; viele Schwangere waren betroffen. Auch im Vorjahr wurden die meisten Fälle in Brasilien registriert. Insgesamt 18.941 Infektionen wurden in Brasilien berichtet, mehr als 900 Fälle jeweils in Guatemala und Belize. Die Gefahr einer Zikavirus-Infektion hängt vor allem von dem lokalen Vorkommen der Überträgermücke ab.

Zika-Virus-Infektionen auch bei deutschen Reisenden 

Für Schwangere stellt die Zikavirus-Infektion eine große Gefahr dar, da das Virus Schädelfehlbildungen bei Embryonen verursachen kann. Die Folge sind Säuglinge die mit einem zu kleinen Kopfumfang geboren werden (sog. Mikrozephalie) und meist geistige Behinderungen davon tragen. Die Erkrankung wird durch Viren verursacht, die hauptsächlich durch Mücken (Aedes) übertragen werden. Aber auch die Übertragung mittels Sexualverkehr und somit von Mensch-zu-Mensch ist möglich. Durch die sexuelle Virusübertragung wurde das Virus in den vergangenen Jahren öfters auch in europäische Länder importiert. So wurde zum Beispiel im Jahr 2019 das Zika-Virus durch Reisende aus Thailand nach Dänemark und Norwegen importiert. Im Jahr 2017 erkrankten 69 deutsche Touristen an einer Zika-Virus-Infektion, im Vorjahr waren es 222. Siebzig Prozent der wahrscheinlichen Infektionsländer lagen in Mittelamerika inklusive Karibik, 13% infizierten sich auf dem Festland Südamerikas, 13% in Asien und 4% in Afrika. Die Erkrankungen wurden das ganze Jahr hinüber berichtet, mit erhöhten Erkrankungszahlen in den Monaten Januar, Februar, September und Dezember. Aufgrund der Corona Pandemie und der damit stark eingeschränkten Reisetätigkeit im Jahr 2020 waren es nur sechs Fälle die bislang bei deutschen Touristen beobachtet wurden. 

Schwangere und Paare mit Kinderwunsch sollten Regionen mit aktuellen Zika-Virus meiden 

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher Paaren mit Kinderwunsch und schwangeren Frauen, sich über die Gefahr der Zika-Virus-Infektion bei Auslandreisen bewusst zu sein und dies bei den Reiseplanungen zu berücksichtigen. So wird zum Beispiel nach den Leitlinien der WHO Paaren mit Zika-Virus infizierten Partnern vorbeugend die Verwendung von Kondomen bzw. eine sexuelle Abstinenz empfohlen: für Männer bis zu drei Monaten und bei Frauen bis zu zwei Monaten. Grundsätzlich sollten Schwangere nach Empfehlungen der WHO und des ECDC Reisen in Länder mit aktuellen Zika-Virus-Ausbrüchen meiden.

Reiserückkehrer sollten auf Symptome achten

Auch wenn eine Infektion mit dem Zika-Virus mehrheitlich milde verläuft, so können Vorerkrankungen den Verlauf der Krankheit erschweren. Daher sollten Reiserückkehrer, insbesondere Reisende mit chronischen Krankheiten, bei einer auftretenden Fiebersymptomatik eine Infektion mit dem Zika-Virus ausschließen. Die gesundheitlichen Probleme ähneln den Beschwerden, die auch beim Dengue-Fieber zu Beginn auftreten können. Meistens kommt es bei der Erkrankung zu einem Hautausschlag mit Fieber, Augenrötung und Gelenkschmerzen. Der Hautausschlag besteht durchschnittlich für sechs Tage. Die Krankheitsdauer bei einer Zika-Virus-Infektion beträgt durchschnittlich 3-7 Tage. Unspezifische Beschwerden wie Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und Hautausschlag die innerhalb von 3 Wochen nach Reiserückkehr auftreten, könnten auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hinweisen. Da Zikavirus-Infektionen durch Mücken übertragen werden, ist ein guter und vorsorglicher Mückenschutz unbedingt erforderlich. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.