1. Jan 2015

Südafrika: Masern aus sieben Provinzen gemeldet

Aus sieben Provinzen Südafrikas berichten die Gesundheitsbehörden derzeit ein vermehrtes Auftreten von Masern. Zunächst waren nur die Provinzen Gauteng, Mpumalanga, KwaZulu-Natal, Northern Cape und Western Cape betroffen, nun wurden auch Erkrankungsfälle aus Eastern Cape und Free State berichtet. Bereits am 15. Dezember 2014 veröffentlichte die nationalen Behörden (National Institute for Communicable Diseases, NICD) erstmals eine Warnung, dass die Zahl der Masern-Fälle im Land ansteigt. Es besteht die Sorge, dass sich die Masern unter ungeimpften Personen bzw. Personen ohne Masern-Immunität weiter ausbreiten und zu einem größeren Ausbruch führen könnten. Diese Situation ereignete sich in den Jahren 2009 bis 2011, wo rund 18.000 Masern-Fälle in Südafrika registriert wurden.

Immer wieder erkranken Reisende

Erst in der zweiten Dezemberhälfte steckte ein amerikanischer Reisender, der sich im Ausland mit Masern infiziert hatte, im Flughafenbereich drei weitere Passagiere an, die keinen Masern-Schutz hatten. Die Ansteckung erfolgte in nur vier Stunden und zeigt wie kontagiös die Krankheit ist und wie schnell sie sich ausbreiten kann. In die Vereinigten Staaten wurden im vergangenen Jahr mehrere Masern-Erkrankungen aus dem Ausland durch Reisende importiert. Alleine mehr als 20 Reiserückkehrer infizierten sich zu Beispiel bei ihrem Urlaub auf den Philippinen. Mehr als 600 Masernfälle wurden in den USA 2014 registriert. Seit dem Jahr 2000 wurden nicht mehr so viele Masern-Fälle landesweit beobachtet. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr bis zur 47. Kalenderwoche insgesamt 320 Masern-Erkrankungen gemeldet – die meisten Fälle in Bayern.

Reisende sollten sich schützen

Durch den ständig wachsenden Fernreise-Tourismus sind Reisende zunehmend in die weltweite Masernsituation involviert. Immer wieder erkranken Reisende ohne Masernschutz bei ihrem Urlaub und bringen die Infektionskrankheit in ihr Heimatland zurück. Dort kommt es zur Ansteckung weiterer Personen, die ebenfalls keinen Masernschutz hatten. Daher empfiehlt das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Reisenden in Regionen mit aktuellen Masernausbrüchen grundsätzlich den Masernimpfschutz zu überprüfen. Ungeimpften Personen bzw. Personen, die noch keine Masern durchgemacht haben und in ein Masern-Epidemiegebiet reisen oder in medizinischen Einrichtungen zur Behandlung von Kindern, Tagesstätten, Kinderheimen, u. ä. arbeiten, wird eine Impfung empfohlen. Nach 1970 geborene ungeimpfte bzw. in der Kindheit nur einmal geimpfte Personen ≥ 18 Jahre oder nach 1970 geborene Personen ≥ 18 Jahre mit unklarem Impfstatus ist ebenfalls eine Impfung empfohlen.