3. Okt 2015

Südamerika: Immer mehr Chikungunya Fieber

Malaria, Mückennetz, Bett iStock/somkcr

Die Zahl der Chikungunya-Fieber-Fälle ist bis Ende September in vielen Ländern Lateinamerikas weiter angestiegen. So wurden Ende letzten Monats alleine in nur einer Woche mehr als 7.400 Erkrankungen in Mexiko registriert. Bereits im Juli meldeten 10 Bundesstaaten Mexikos ein erhöhtes Auftreten von Chikungunya. Doch nicht nur in Mexiko, sondern auch in anderen Ländern Mittel- und Südamerikas steigt die Zahl der Erkrankungsfälle weiter an. Ende September wurden vor allem aus El Salvador (> 39.000), Honduras (> 71.000) und Nicaragua (> 43.000) Chikungunya Fieber-Fälle berichtet. Auf den karibischen Inseln wurden die meisten Fälle in Französisch Guinea beobachtet. Auf der beliebten deutschen Ferien-Halbinsel, der Dominikanischen Republik, hingegen waren es nur 67 Verdachtsfälle die bis Ende September registriert wurden. Anders das südamerikanische Festland. Hier wurde im vergangenen Monat vor allem in Kolumbien (> 300.000) ein massiver Anstieg des Chikungunya Fiebers festgestellt. In 57 Fällen verlief die Krankheit tödlich, obgleich die Infektionskrankheit in der Regel gutartig und selbstlimitierend verläuft. Weniger Chikungunya Fieber-Erkrankungen wurden in Ecuador (> 28.000), Venezuela (> 14.000) und Brasilien (> 11.000) beobachtet. 

Ähnliche Beschwerden bei Chikungunya Fieber und Dengue Fieber

In vielen Fällen kann bei den Patienten eine Blutuntersuchung aufgrund der mangelnden medizinischen Infrastruktur nicht durchgeführt werden. Dadurch bleibt die Diagnose des Chikungunya Fiebers oft nur als „Verdacht“ bestehen. Die Beschwerden wie z.B. Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen lassen auf Krankheit schließen. Allerdings gibt es Krankheiten die vom äußeren  Beschwerdebild sehr ähnlich verlaufen, wie zum Beispiel das Dengue Fieber.  Ohne eine abklärende Blutuntersuchung lässt sich in diesem Fall anhand der Beschwerden die Krankheit nicht sicher unterscheiden. Anders als beim Chikungunya Fieber kann das Dengue Fieber jedoch auch schwere Verlaufsformen haben, die nicht selten tödlich enden. Das betrifft vor allem die einheimische  Bevölkerung die den Krankheitserregern permanent ausgesetzt ist und daher meist mehrfach infiziert wird. Ende Juli wurden aus Mexiko mehrere Hundert Dengue Fieber-Fälle aus den Bundesstaaten Hidalgo, Sonora, Michoacan, Nayarit,  Quintana Roo und Zacatecas gemeldet.

Fast alle Länder und Inseln Mittel- und Südamerikas kämpfen gegen Chikungunya Fieber

In diesem Jahr wurden rund eine halbe Million Erkrankungen im lateinamerikanischen Raum registriert. In folgenden Ländern, Inseln oder Regionen traten 2014 und 2015 Chikungunya Fieber-Fälle auf: Belize, Bermuda, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Französisch Guyana, Guatemala, Guyana, Honduras, Nicaragua, Mexico, Panama, Paraguay, Suriname, Venezuela und die Vereinigten Staaten von Amerika. Ebenso waren folgende Karibische Inseln betroffen: Aruba, Anguilla, Antigua & Barbuda, Bahamas, Barbados, Brit. Jungferninseln, Cayman Inseln, Curacao, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Guadeloupe, Haiti, Jamaika,  Martinique, Montserrat,  Puerto Rico, Saint-Barthélemy,  Saint Kitts & Nevis,  Saint Lucia, Saint Martin, Saint Vincent & Grenadinen, Sint Maarten, Trinidad & Tobago, Turks & Caicos, Jungferninseln (US).

Die meisten importierten Chikungunya Fieber-Fälle bei deutschen Touristen werden aus Lateinamerika berichtet

Die häufigsten Überträgermücken sind  Aedes aegypti und Aedes albopictus die in der Karibik, sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika weit verbreitet vorkommt. Die typischen Beschwerden sind Fieber, sowie starke Kopf-,  Muskel- und Gelenkbeschwerden. Während das Fieber häufig nach drei bis fünf Tagen von selber abklingt, können hingegen die Gelenkschmerzen nicht selten über Wochen und Monate andauern. Durch die starke Ausbreitung des Chikungunya Fiebers in der Karibik, Mittel- und Südamerika wurden viele internationale Reisende mit Chikungunya-Viren infiziert. Eine Untersuchung englischer Touristen im vergangenen Jahr zeigte, dass 88% aller Chikungunya-Erkrankungen auf Reisen in die Karibik oder Südamerika zurückzuführen waren. Auch in Deutschland wurden im Vorjahr sehr viele Chikungunya-Infektionen bei Reisen in diese Regionen beobachtet. Insgesamt waren es 162 Chikungunya Fieber-Fälle die bei deutschen Touristen durch Aufenthalte in Ländern mit Chikungunya-Vorkommen registriert wurden.

Guter Mückenschutz ist wichtig

Durch den Reiseverkehr schreitet die Ausbreitung des Chikungunya-Virus weiter fort. Ein guter und vorsorglicher Mückenschutz ist daher unbedingt erforderlich. Nachdem es keine Schutzimpfung gegen die Erkrankungen gibt, gelten als wichtigster Schutz Mückenschutzmaßnahmen. Reisende sollten daher in jedem Fall Haut bedeckende Kleidung tragen, Mückennetze am Schlafplatz einsetzen und insbesondere an freien Hautstellen sich regelmäßig - Tag und Nacht - mit Mückenabweisenden Cremes oder Lotionen einschmieren. Auch das Mitführen von Geräten die zum Fernhalten von Mücken Ultraschall-Signale aussenden, kann sinnvoll sein.