17. Jul 2013

Südeuropa: Sandmücken schwirren aus

Im Monat Juni hat im Mittelmeerraum die Hauptflugzeit der Sandmücken begonnen. Betroffen sind vor allem die Küstenregionen von Frankreich, Italien, Spanien und Portugal als auch die Inseln im Mittelmeer wie z.B. die Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera), Korsika, Sardinien, Malta und Elba. Die Mückenart ist vor allem nachts aktiv und sticht gerne an Stellen dünner Haut wie zum Beispiel am Knöchel, den Händen, Füßen, im Gesicht und Nacken. Die Stichstellen jucken meist lange und stark. Durch den Stich der Mücke können Parasiten, sog. Leishmanien übertragen werden, die zu einer Leishmaniose führen können. Die Leishmanien befallen bestimmte Zellen des Immunsystems und schädigen dadurch Milz, Leber, Knochenmark, Lymphknoten, Haut und Schleimhaut. Der Schweregrad der Erkrankung und das Krankheitsbild richten sich nach der Erregerart, der Größe des Erregerbefalls als auch nach der Abwehrkraft der infizierten Person.

Juni - September ist die Hauptflugzeit der Sandmücken  

Die Leishmaniose ist auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Australien und Ozeanien verbreitet. Laut Angaben des CDC (Centers for Disease Control and Prevention) treten schätzungsweise jährlich rund 1,5 Mio. Neuerkrankungen der Haut-Leishmaniose und zwischen 400.000 - 500.000 Fälle der Kala Azar auf. Für die Verbreitung der Erkrankung spielen Klimafaktoren, wie z.B. die Flugzeiten der Überträgermücken, eine wesentliche Rolle. In Südeuropa ist die Hauptflugzeit der Mücken auf die Monate Juni, Juli, August und September begrenzt.

Auch Reisende können gestochen werden 

Auch für Reisende besteht ein Infektionsrisiko. Sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen sind daher empfohlen. Dazu gehören u.a. das Tragen von Haut bedeckender Kleidung, das Auftragen von Mücken abweisenden Cremes und Lotionen auf unbedeckten Hautstellen, vor allem im Gesicht, Händen und Füßen – insbesondere an den Knochenstellen wo die Haut dünn ist und die Sandmücke bevorzugt sticht. Zusätzlich helfen auch Insektenabtötende und -abweisende Mittel in Form von Aerosolen, Verdampfern, Kerzen, Räucherspiralen, Steckern u.ä. im Wohn- und insbesondere Schlafbereich die Stechmücken fernzuhalten.