17. Okt 2020

Südkorea: Japanische Enzephalitis in Gyeonggi-do

Südkorea iStock / Iseo Yang

Aus Südkorea wurden am 15. Oktober 2020 drei Fälle der Japanischen Enzephalitis gemeldet; dabei handelte es sich um zwei Verdachtsfälle und einen bestätigten Erkrankungsfall. Alle drei Fälle wurden im Nordwesten von Südkorea, in der Gyeonggi-do Provinz beobachtet. Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen Besuchern und Einwohnern eine Schutzimpfung. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Aufenthalten in Reiseanbaugebieten oder in Schweinezuchthöfen. In Südkorea werden alljährlich die meisten Fälle in den Monaten August bis einschließlich November registriert. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 200 Erkrankungsfälle gemeldet, darunter zu 90% Personen älter als 40 Jahre. 

Eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen in Asien 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt jährlich 68.000 Fälle, darunter ungefähr 17.000 Todesfälle. Insbesondere betroffen sind China, Indien, Sri Lanka, Nepal, Vietnam, die Philippinen und Nord-Thailand. In Südostasien und dem Westpazifischem Raum sind 24 Länder von einem permanenten Übertragungsrisiko der Japanischen Enzephalitis betroffen. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen und stellt in Asien eine der häufigsten viralen Gehirnentzündungen dar. Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf besteht u.a. während der Schwangerschaft, im höheren Alter oder auch bei fehlender Immunität. Kommt es zu einem schweren Verlauf so verstirbt ungefähr ein Drittel der Patienten, während 30-50% der Überlebenden anhaltende neurologische und psychiatrische Schäden hat (z.B. motorische, kognitive und/oder sprachliche Defizite oder Krampfanfälle). Eine spezifische Behandlung gegen Japanische Enzephalitis gibt es nicht.

Schutzimpfung bei Reisen in Risikogebiete   

Auch Reisende, vor allem Rucksack-Reisende in ländlichen Gebieten sind durch die lebensgefährliche Viruserkrankung gefährdet. Bei Reisen in Risikogebiete oder auch bei Reisen mit Übernachtungen in ländlichen Regionen der Risikogebiete unabhängig von der Gesamtreisedauer ist eine  Schutzimpfung empfohlen. Neben dem Impfschutz sollten gute Mückenschutzmaßnahmen Tag und Nacht durchgeführt werden.