2. Apr 2017

Suriname: Touristin erkrankt an Gelbfieber

iStock/Andy Lim Am 9. März 2017 meldeten die lokalen Gesundheitsbehörden, dass eine niederländische Touristin  an Gelbfieber erkrankte, nachdem sie sich Mitte Februar bis Anfang März in Suriname aufhielt. Die Reisende war nicht gegen Gelbfieber geimpft. An der Erasmus Universität in Rotterdam wurde die Gelbfieber-Diagnose durch Blutuntersuchungen festgestellt. Die Holländerin übernachtete in Paramaribo und besuchte das Umland, u.a. die Regionen Commewijne (Frederiksdorp und Peperpot), sowie  Brokopondo (Brownsberg). Es wird angenommen, dass sie die Infektion in Brokopondo erwarb. Bereits Ende Februar entwickelte die Niederländerin hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Seit 1972 ist dieses wieder der erste Gelbfieberfall der in Suriname registriert wurde.

Suriname gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten

Die WHO empfiehlt nachdrücklich die Schutzimpfung für alle Reisende in Gelbfieber-Infektionsgebiete. Laut Einreisevorschrift ist für alle Reisenden über dem 1. Lebensjahr eine Gelbfieberimpfung erforderlich. Seit dem 11.07.2016 gilt laut Internationaler Gesundheitsvorschrift (IGV) der Nachweis einer einmalig gültigen Gelbfieber-Impfung bei Einreise. Eine Auffrischimpfung ist demnach nicht mehr erforderlich. Die bisherige Anpassung der Einreisevorschriften in den Mitgliedstaaten erfolgt jedoch nur schrittweise. Daher ist es sinnvoll bei Reisen in Länder mit Gelbfieber- Impfvorschriften (auch Transit), sich  über die jeweiligen aktuellen Vorschriften bei einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder der Botschaft des Einreiselandes zu informieren.

Gelbfieber bei Touristen

Das Europäische Zentrum für Gesundheitsprävention und -kontrolle (ECDPC) berichtete am 14. März 2017, dass seit August 2016 insgesamt vier europäische Touristen an Gelbfieber erkrankten. Zwei französische Touristen infizierten sich im August 2016 bei ihrer Reise durch Peru mit dem Gelbfiebervirus; einer von ihnen verstarb an den Folgen der Krankheit. Ein dritter Gelbfieber-Fall wurde bei einem dänischen Reisenden registriert, der in seinem Urlaub Bolivien besuchte. Der vierte Fall ist die oben genannte holländische Touristin, die sich bei ihrem Aufenthalt in Suriname Ende Februar 2017 mit dem Gelbfiebervirus ansteckte. Alle vier Reisenden hatten keinen Gelbfieber-Impfschutz.

Gelbfieber in vielen Reiseländern

Das Gelbfiebervirus tritt nur in Afrika und Südamerika auf und wird durch Viren verursacht die durch tag- und nachtaktive Mücken auf den Menschen übertragen werden. Daher sind neben der Schutzimpfung bei Aufenthalten in ländlichen Regionen auch sorgfältige Mückenschutzmaßnahmen unbedingt ratsam. Gelbfieber stellt eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit dar. Gefährdet sind Personen, die in Gelbfieber-Risikogebieten leben (Einheimische) oder die Risikogebiete besuchen (Reisende). Für Reisende, die Ungeimpft sog. "Nicht-Immune" sind, kann die Erkrankung tödlich enden. Die Impfung sollte mindestens 10 Tage vor Einreise in Gelbfieber-Risikogebiete erfolgen und kann nur bei Ärzten durchgeführt werden, die als Gelbfieber-Impfstelle dazu ermächtigt sind. Nach Prüfung der Expertenkommission der WHO im Jahr 2013 wurde darauf hingewiesen, dass eine einzige Impfdosis der Gelbfieber-Impfung ausreicht, um lebenslang vor Gelbfieber geschützt zu sein. Den Hinweis darauf ergaben zahlreiche Untersuchungen der letzten Jahre. Innerhalb von 30 Tagen bildet sich bei 99% aller Geimpften der vollständige immunologische Schutz aus. Bislang galt die Empfehlung die Impfung alle 10 Jahre aufzufrischen. Die Einreisevorschriften für Gelbfieber werden jedoch von den jeweiligen Ländern selbst festgelegt, daher wird im Rahmen der Einreisevorschrift gegenwärtig noch weiterhin von einigen Ländern die Auffrischimpfung alle 10 Jahre verlangt.