30. Okt 2015

Tansania: Regionale Cholera-Ausbrüche

iStock/Africanway Aus folgenden 13 Regionen Tansanias wurde am 13. Oktober die Cholera berichtet: Dar es Salaam, Morogoro, Pwani, Kigoma, Kilimanjaro, Iringa, Dodoma, Geita, Mara, Singida, Shinyanga, Mwanza und Sansibar. Bis 19. Oktober 2015 stieg die Zahl der Erkrankungen von rund 1.000 registrierten Fällen im September weiter auf 4.835 und 68 Todesfälle an. Über 70% der Erkrankungen wurden in der Hauptstadt Dar es Salam beobachtet. Auf Sansibar wurden rund 140 gemeldet. Die Gesundheitsbehörden sind derzeit mit aktiven Bekämpfungsmaßnahmen in den betroffenen Regionen v.a. in Dar es Salaam und Morogoro beschäftigt.

El Niño begünstigt Krankheiten wie Cholera

Ursache dieser Zunahme sind unter anderem auch die sintflutartigen Regenfällen durch El Niño die vor allem die Länder Malawi, Sambia, Mosambik, Botsuana, Simbabwe und Namibia, Südafrika und Madagaskar betreffen – aber auch den Norden Tansanias. Das Klimaphänomen El Niño entsteht etwa alle sieben Jahre im tropischen Pazifik und verursacht in vielen Regionen extreme Wetterbedingungen. Nach Aussage der UN könnte es sich bei dem aktuellen El Niño-Phänomen um eines der stärksten in den vergangenen 35 Jahren handeln. In vielen afrikanischen Staaten wie Namibia, Malawi oder Mosambik bedeutet dies eine Dürre die zu Nahrungsmittelengpässen in der Bevölkerung führt – in anderen Ländern verwüsten sintflutartige Regenmassen in Teilen Tansanias oder der Demokratischen Republik Kongo das Land und führen neben der Nahrungsmittelknappheit zu schlechten hygienischen Umständen, die den Ausbruch von Krankheiten, wie zum Beispiel der Cholera begünstigen. 

Reisende haben ein sehr geringes Risiko  


Grundsätzlich besteht für den „normalen“ Safari-Reisenden jedoch ein eher sehr geringes Infektionsrisiko. Trekking-Touristen die in Risikogebieten unterwegs sind und Zelten bzw. in einfachen Unterkünften wohnen haben hingegen ein höheres Risiko und sollten eine Impfung in Erwägung ziehen. Insbesondere dann, wenn kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht. Hotelreisende sollten auf das Trinken von Leitungswasser oder auf die Verwendung von durch Leitungswasser hergestellten Eiswürfeln in Drinks, vollständig verzichten. 

Neben der Impfung sind Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene wichtig

Die Cholera ist eine akute Durchfall-Erkrankung die unbehandelt in wenigen Stunden tödlich enden kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das weltweite Auftreten der Cholera auf jährlich rund 3 - 5 Millionen Erkrankungsfälle und 100 000 - 120 000 Todesfälle. Sorgfältige Hygienemaßnahmen vor allem in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene sind immer und für jeden Reisenden empfohlen. Diese Schutzmaßnahmen dienen nicht nur dem Schutz vor den Choleraerregern, sondern auch anderen häufiger auftretenden Magen-Darm-Infektionskrankheiten die in tropischen und subtropischen Ländern vorkommen. Bei Hilfseinsätzen oder Reisen unter einfachen Bedingungen in den aktuellen Cholera-Risikogebieten sollte eine Schutzimpfung in Erwägung gezogen werden.