2. Mrz 2018

Thailand: Tollwut nimmt zu

GSK

Die Tollwut hat sich in vielen Provinzen Thailands weiter ausgebreitet. Das berichtete die Weltgesundheitsorganisation am 25. Februar 2018, als sie für die ersten 55 Tage des Jahres insgesamt 271 bestätigte Tollwut-Fälle meldete. Diese Fallzahl übertrifft bereits die Gesamtzahl der im Jahr 2014 gemeldeten Tollwut-Fälle in Thailand. Die meisten Fälle werden aus der nordöstlichen Region des Landes berichtet, alleine aus Roi Et wurden in diesem Jahr 65 Fälle registriert. Die zweitmeisten Fälle wurden aus Surin berichtet, ebenfalls im Isan Thailands. Doch auch aus den östlichen Regionen wie Chon Buri oder Prachinburi, sowie aus dem Süden aus Songkhla wurde eine erhöhte Zahl an Tollwut-Erkrankungen beobachtet. Die Gesamtzahl der Tollwut-Fälle in Thailand im Jahr 2017 lag bei 843 Fällen, im Jahr 2016 bei 614 und im Jahr 2015 bei 330 Fällen. Die meisten Fälle wurden durch Hundebisse erworben.

Erhöhtes Tollwutrisiko in Afrika und Asien

Rund 59.000 Menschen sterben weltweit jedes Jahr an Tollwut – darunter mehr als 35.000 Kinder jünger als 15 Jahre. Experten gehen sogar von einer Unterfassung der Datenlage und von wesentlich mehr Erkrankungen aus, da viele Erkrankungen sich in abgelegenen Regionen Afrikas und Asiens befinden und gar nicht vollständig erfasst werden können. Reiseländer wie Indien und Kenia gehören durch die erhöhte Zahl an streunenden Hunden und Katzen zu den Ländern mit einem erhöhten Übertragungsrisiko.

Rechtzeitig gegen Tollwut impfen

Bei erhöhtem Reiserisiko z.B. Trekking oder Übernachten im Freien, ist eine Tollwut-Schutzimpfung zu erwägen. Bei Bissverletzungen oder Belecken von Schleimhäuten oder Wunden durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen. Dieser sollte neben der Wundversorgung eine aktive und passive Immunisierung gegen Tollwut durchführen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass in vielen tropischen und subtropischen Ländern die medizinische Infrastruktur - v.a. in den ländlichen Regionen - unterentwickelt ist, so dass im Notfall u.U. nicht die richtigen Medikamente oder medizinischen Einrichtungen in der erforderlichen Zeit zur Verfügung stehen. Tragische Erkrankungsfälle bekräftigen die Tollwut-Impfempfehlung für Reisende vor allem bei Langzeitreisen in Länder mit erhöhtem Tollwutvorkommen.