13. Mrz 2016

Togo: Amerikaner stirbt an Lassa-Fieber

iStock/MikeLane45

In der Uniklinik von Köln starb unlängst ein amerikanischer Patient an Lassa-Fieber der sich zuvor in Togo aufgehalten hatte. Zunächst wurde bei dem Erkrankten eine Malaria vermutet. Wenige Stunden nach der Einlieferung ins Kölner Krankenhaus starb der amerikanische Krankenpfleger, der in Westafrika arbeitete. Erst nach seinem Tod konnte das Lassa-Fieber als Todesursache nachgewiesen werden. Die Übertragung des Virus auf Gesundheitshelfer in medizinischen Einrichtungen ist nicht selten. Das afrikanische Land Togo galt bislang jedoch noch nicht als Infektionsgebiet. Daher wird aktuell die Reiseroute des Verstorbenen 46-Jährigen recherchiert, um die genauen Aufenthaltsorte festzustellen. Rund 45 Kontaktpersonen des an Lassa-Fieber Verstorbenen werden engmaschig untersucht.

Dreiviertel der Erkrankungsfälle verlaufen ohne größere Komplikationen

Solange die Blutungen nicht einsetzen ist der Patient die ersten Tage für seine Umgebung nicht ansteckend. Erst im weiteren Krankheitsverlauf vermehren sich die Viren im Blut und werden vom 7. bis zum 10. Krankheitstag mit Blut, Speichel und Urin ausgeschieden, die dann potentiell infektiös sind. Die Beschwerden des Lassa-Fiebers sind zunächst sehr unspezifisch, was die Diagnose erschwert. In den meisten Fällen heilt das Lassa-Fieber auch ohne größere Beschwerden ab und führt nur in wenigen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Verlauf mit Schock und Organversagen.

Lassa-Viren können durch den Urin von Ratten übertragen werden 

Die Infektionskrankheit wird vor allem in der ersten Jahreshälfte gehäuft beobachtet, ist aber das ganze Jahr über präsent. Es wird geschätzt, dass jährlich zwischen 100.000 – 300.000 Fälle von Lassa-Fieber auftreten. Das Lassa-Fieber kommt in vielen afrikanischen Ländern vor, wie Benin, Senegal, Gambia, Mali, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Burkina Faso, Zentralafrikanischen Republik und Namibia. Die Lassa-Viren werden v.a. durch Ratten übertragen. Die Tiere scheiden das Virus durch ihren Urin aus und können dadurch Betten, Böden und Lebensmittelvorräte der Landbevölkerung verunreinigen. Die Übertragung auf den Menschen findet somit zumeist durch eine orale Aufnahme von verunreinigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser bei mangelnder Hygiene statt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Erkrankten (z.B. bei medizinischen Pflegepersonal).  

Vereinzelnd erkranken auch Reisende  

Am häufigsten wurden Ausbrüche in Nigeria, Liberia und Sierra Leone beobachtet. Auch nach Deutschland wurden durch Reisende in den vergangenen Jahren sporadisch Einzelfälle eingeschleppt. Nach einer durchschnittlichen Inkubationszeit von ca. 8 - 10 Tagen kann es zu Fieber und im weiteren Verlauf der Krankheit zuBlutungen mit Schocksymptomatik und Kreislaufversagen kommen. In den vergangenen 30 Jahren sind 12 Fälle von Europäern und Amerikanern dokumentiert worden, die nach ihren Aufenthalten in Afrika an Lassa Fieber erkrankten. In Deutschland erkrankte zuletzt im Jahr 2006 ein deutscher Tourist nach seinem Aufenthalt in Sierra Leone an Lassa Fieber. Im Jahr 2009 erkrankten und starben zwei englische Reisende nach ihrem Aufenthalt in Nigeria und Mali und 2010 erkrankten zwei amerikanische Touristen nach ihrer Reise nach Liberia und Sierra Leone. Immer wieder kommt es zu vereinzelten Erkrankungsfällen bei Reisenden, obgleich das Infektionsrisiko als sehr gering eingestuft wird.